venro Berlin. - Der von US-Präsident Donald Trump angekündigte Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimaabkommen ist aus der Sicht des Verbandes Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe (VENRO) ein "herber Rückschlag für den globalen Klimaschutz". Die Hilfsorganisation CARE spricht von einem "Schlag in die Magengrube für Millionen von Menschen in bitterer Armut, für die der Klimawandel bereits jetzt traurige Realität ist." Die Gesellschaft für bedrohte Völker wirft Trump vor, mit seinem Rückzug vom Welt-Klimavertrag das Überleben von Dutzenden indigenen Völkern zu gefährden.

"Mit dem Ausstieg der USA aus dem Weltklimaabkommen ist Trump endgültig im postfaktischen Zeitalter angekommen", erklärte Bernd Bornhorst, Vorstandsvorsitzender des Verbandes Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe (VENRO), am Freitag in Berlin. "Diese Ankündigung ist ein herber Rückschlag für den globalen Klimaschutz und für das Bemühen der internationalen Gemeinschaft, gemeinsam Lösungen für das größte Problem der Menschheitsgeschichte zu finden."

Umso wichtiger seien nun ambitionierte Umsetzungspläne der anderen Industriestaaten, um die in Paris vereinbarten Ziele tatsächlich zu erreichen, sagte Bornhorst. Den sehr begrüßenswerten, deutlichen Bekenntnissen der Europäischen Union und der G20-Staaten nach Trumps Ausstiegsankündigung, müssten nun Taten folgen.

"Mit ihren Emissionen und ihrem Ressourcenverbrauch bleiben die Industrieländer die Hauptverantwortlichen für den globalen Klimawandel, der vor allem die Ärmsten der Armen trifft", betonte Bornhorst. "Es ist unsere Pflicht, diese Menschen vor den Folgen des Klimawandels zu schützen und in Bereichen wie der Landwirtschaft bei der Anpassung an Klimaveränderungen zu unterstützen. Deshalb müssen Deutschland und die G20 endlich den Weltklimavertrag von Paris auf nationaler Ebene umsetzen."

Auch die internationale Hilfsorganisation CARE warnte vor den fatalen Folgen der US-Entscheidung, aus dem Pariser Klimaschutzabkommen auszusteigen. "Es ist ein Schlag in die Magengrube für Millionen von Menschen in bitterer Armut, für die der Klimawandel bereits jetzt traurige Realität ist", sagte CARE-Klimaexperte Sven Harmeling. "Der Klimawandel hat Auswirkungen auf uns alle und verlangt eine globale Lösung. Es ist ein denkbar schlechter Zeitpunkt für die USA, ihre internationalen Versprechen aufzulösen und Millionen von armen Menschen im Stich zu lassen."

CARE rief alle Regierungen dazu auf, den Klimawandel weiterhin zu bekämpfen. Nur so könnten viele humanitäre Krisen verhindert und extreme Armut bekämpft werden. "Beim Paris-Vertrag geht es vor allem auch um Fairness", so Harmeling. Fast 200 Staaten hätten diesen Vertrag gemeinsam ausgehandelt, auch um die historisch gewachsene Ungerechtigkeit zu korrigieren. "Diejenigen Menschen, die am wenigsten zum Klimawandel beigetragen haben, leiden bereits jetzt am meisten unter den Folgen. Amerika kehrt seinen Partnern, seinen moralischen Verpflichtungen und dem Kampf für eine gerechtere Welt den Rücken", so Harmeling.

CARE unterstützt ambitionierte, neue Zusammenschlüsse der Zivilgesellschaft und einiger Regierungen, unabhängig von der Entscheidung der US-Regierung Fortschritte im Kampf gegen den Klimawandel zu machen. "Wir müssen jetzt für starken Gegenwind sorgen. Klare Worte und klares Handeln sind nötig, damit der Klimaschutz und die Solidarität mit den am meisten Betroffenen nicht unter dieser Fehlentscheidung leiden", betonte Harmeling.

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) warf US-Präsident Donald Trump vor, mit seinem Rückzug vom Welt-Klimavertrag das Überleben von Dutzenden indigenen Völkern zu gefährden. "Trump fordert einen fairen Deal. Doch für die mehr als 6.000 indigenen Völker weltweit ist sein Verhalten an Unfairness kaum zu überbieten. Die Ureinwohner leiden am meisten unter den Folgen der Erderwärmung und warten seit Jahrzehnten vergeblich auf mehr Fairness von den Hauptverursachern des Klimawandels", kritisierte GfbV-Direktor Ulrich Delius am Freitag in Göttingen. "Trumps Ignoranz ist für viele indigene Völker akut existenzbedrohend und nicht einfach nur ärgerlich."

"Ob Sami-Rentierhalter in Skandinavien, Fulani-Hirten in Nigeria, Afar-Nomaden in Eritrea, Tibeter im Himalaya, Papua in Neuguinea, Amazonas-Indianer oder Maohi-Ureinwohner in Polynesien – für sie alle und noch viele andere indigene Völker geht es um das nackte Überleben, wenn die internationale Gemeinschaft den Klimawandel nicht endlich entschlossen eindämmt", betonte Delius.

Quellen: www.venro.org | www.care.de | www.gfbv.de 


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