ccc dt logoBerlin. - In der Multifabs Ltd. Fabrik in Bangladesch ist ein Heizungskessel explodiert. Dabei wurden am Dienstag mindestens zehn Menschen getötet und viele weitere verletzt. Die Explosion war so heftig, dass Teile der Fabrik einstürzten. Die Fabrik ist Teil des Abkommens für Brandschutz und Gebäudesicherheit (Accord). Die Kampagne für Saubere Kleidung (CCC) rief die am Accord beteiligten Unternehmen am Mittwoch dazu auf, die Sicherheitsprüfung von Heizungskesseln sofort in die Sicherheitsinspektionen der Fabriken mit aufzunehmen.

Erste Nachforschungen ergaben nach Angaben der CCC, dass folgende Unternehmen Einkäufer bei Multifabs Ltd. sind: Aldi Nord, Aldi Süd, Metro AG, Takko, Dansk Supermarked, Lindex, Stockmann. Weitere Unternehmen, die die Fabrikwebseite als Kunden aufführt, seien: Gorfactory, HFG, Hubermasche, Littlewoods, Mitsubishi Corporation Fashion, Newbody, Rex Holm, ScanWear, Seppälä und Zolla.

Der tragische Vorfall verdeutlicht nach Ansicht der Kampagne für Saubere Kleidung, welche Gefahr von der mangelhaften Wartung und Überprüfung von Heizungskesseln ausgeht. Die Prüfung von Heizungskesseln sei bisher nicht Teil des Accord on Fire and Building Safety.  Dieser sehe bisher nur vor, dass der Heizungskesselraum feuersicher und vom Rest der Fabrik getrennt sein muss. Feuersichere Heizungsräume allein reichen nicht aus, denn die Explosion eines defekten Heizungskessels, wie bei Multifabs am Dienstag, kann so heftig sein, dass Wände einbrechen und sich so das Feuer ungehindert ausbreiten kann.  

Die NGOs, darunter die CCC, die als Zeuginnen die Umsetzung des Accord begleiten, sprechen sich seit 2014 für eine Erweiterung der Inspektionen aus, um auch Heizungskessel mit abzudecken. Es sollte nicht immer erst zu tragischen Unfällen wie Rana Plaza und Tazreen in der Textilindustrie kommen, bevor Unternehmen Maßnahmen für mehr Sicherheit in den Fabriken einleiten. Der gerade verlängerte Accord müsse auch die Überprüfung anderer Gefahrenquellen in sein Programm mit aufnehmen. Dazu gehörten defekte Stromgeneratoren, Gasleitungen und Lastenaufzüge.

Multifabs Ltd. ist ebenfalls Zulieferer von Mitgliedern der Alliance for Bangladesh Worker Safety, einer Unternehmensinitiative von US-amerikanischen und kanadischen Unternehmen. Die Alliance sieht ebenfalls keine Überprüfung von Heizungskesseln vor. Die Regierung von Bangladesch, Markenunternehmen des Accord und der Alliance, sowie Fabrikeigentümer trügen Verantwortung für die Entschädigung der Opfer der Multifabs Ltd Explosion und müssten sämtliche Behandlungskosten übernehmen, fordert die CCC.

Erst letzte Woche wurde beschlossen, den Accord nach Ablauf 2018 für weitere drei Jahre zu verlängern. Die CCC verlangt mit Nachdruck, dass alle Unternehmen, die in Bangladesch produzieren, dieses Abkommen unterzeichnen, um weitere Katastrophen zu verhindern.  

Quelle: www.sauberekleidung.de 


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