ai Berlin. - Amnesty International hat am Mittwoch den Briefmarathon 2017 gestartet. Mit der Aktion ruft Amnesty International jedes Jahr zum Tag der Menschenrechte am 10. Dezember weltweit dazu auf, sich für Menschen zu engagieren, die Schikanen, Verfolgung und Folter ausgesetzt sind. In mehr als 180 Ländern schreiben Menschen innerhalb weniger Tage Millionen Briefe und E-Mails, um den Betroffenen Mut zu machen und die verantwortlichen Regierungen an ihre menschenrechtlichen Verpflichtungen zu erinnern. 

"Mit dem Amnesty-Briefmarathon kann sich jede und jeder von uns direkt und unmittelbar für bedrohte Menschen einsetzen. In einer Zeit, in der Regierungen und politische Gruppierungen zunehmend Menschen ausgrenzen und ihnen ihre Rechte absprechen wollen, ist dieser internationale Zusammenhalt wichtiger denn je", sagte Markus N. Beeko, Generalsekretär von Amnesty International in Deutschland. "Ein einzelner Brief mag ungelesen weggeworfen werden, Hunderttausende Briefe aber können die Behörden nicht ignorieren. Gemeinsam mit Jella Haase laden wir in diesem Jahr alle dazu ein, sich gezielt für Verteidiger der Menschenrechte aus zehn Ländern einzusetzen."

Die unzähligen Briefe machen den Betroffenen und ihren Familien deutlich, dass sie nicht allein sind, und sie machen Druck auf Regierungen: "Auf Weihnachtsmärkten, in Büchereien und auf Schulhöfen können wir uns mit Menschenrechtsaktivisten solidarisch zeigen und ihren Einsatz für unser aller Rechte unterstützen. Erstmals nehmen dieses Jahr in Deutschland mehr als 1.000 Schulen am Amnesty-Briefmarathon teil", so Beeko. 

2016 wurden weltweit 4,6 Millionen Briefe und E-Mails verschickt, davon 326.000 in Deutschland. Immer wieder verändert der Briefmarathon das Leben einzelner Menschen: 2015 wurde laut Amnesty die Hinrichtung von Moses Akatugba in Nigeria verhindert, nachdem der zuständige Gouverneur zahllose Appelle erhalten hatte. Im Februar 2016 wurde der US-Amerikaner Albert Woodfox nach mehreren Jahrzehnten in Isolationshaft freigelassen. Und Chelsea Manning, die Informationen des US-Militärs über mögliche Kriegsverbrechen öffentlich machte, ist seit Mai 2017 wieder frei.

Quelle: www.amnesty.de 


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