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Berlin. - Mehr als 2.000 unbegleitete geflüchtete Kinder stehen in Griechenland derzeit auf Wartelisten für sichere Unterkünfte und befinden sich angesichts des nahenden Winters in akuter Gefahr. Dies ist ein zentrales Ergebnis eines aktuellen Berichts von 12 Nichtregierungsorganisationen (NGO), darunter Oxfam, CARE und IRC (International Rescue Committee). Der chronische Mangel an geeigneten Unterkünften ist nur einer der vielen Probleme bei der Versorgung Geflüchteter, die derzeit offenbar werden. Dabei soll die griechische Regierung in Kürze die volle Verantwortung für die Flüchtlinge im Land übernehmen.

Der Bericht liefert eine Bestandsaufnahme der aktuellen Situation von Flüchtlingen sowohl auf den griechischen Inseln als auch auf dem Festland und richtet konkrete Forderungen an die griechische Regierung, die Europäische Union und EU-Mitgliedsstaaten sowie an die Vereinten Nationen. Nur so könnten die aktuellen Probleme bei der Versorgung der geflüchteten Menschen, bei ihrem Zugang zu Asylverfahren und bei der Integration in die griechische Gesellschaft gelöst werden.

Trotz verstärkter Anstrengungen, Geflüchtete auf das Festland zu bringen, sind die Aufnahmeeinrichtungen auf den griechischen Inseln nach wie vor massiv überfüllt. Zahlreiche Familien müssen dem Bericht zufolge in ungeheizten Zelten schlafen und sind so dem bevorstehenden Wintereinbruch schutzlos ausgesetzt. Der Mangel an medizinischem Personal gefährde ihre Gesundheit zusätzlich und fehlende Rechtsberatung trage zur extremen Verschleppung von Asylverfahren bei. Unbegleitete Kinder müssten immer häufiger in Polizeizellen, unsicheren Unterschlüpfen oder auf der Straße übernachten, da es zu wenige geeignete Unterbringungsplätze gebe.

Die NGOs fordern in ihrem Bericht, dass Menschen von den Inseln kontinuierlich in Unterkünfte auf dem Festland gebracht werden müssen, sobald die Kapazität der Aufnahmezentren auf den Inseln ausgeschöpft ist. Sie fordern außerdem alle EU-Mitgliedsstaaten auf, sich ihrer rechtlichen und moralischen Verantwortung zu stellen, Asylanträge im eigenen Land zuzulassen und die am meisten schutzbedürftigen Personen in andere europäische Staaten zu bringen.

Der Bericht empfiehlt Nichtregierungsorganisationen und der griechischen Regierung, mehr in Programme zur Förderung von Toleranz und Integration zu investieren und griechische Gemeinden stärker zu fördern, die bisher die Hauptlast bei der Flüchtlingsaufnahme getragen haben. Die Vereinten Nationen sind aufgerufen, ihr Engagement in Griechenland zu verstärken und vor allem für bessere Winterquartiere zu sorgen. Sie müssten ferner verhindern, dass die Standards bei der Unterbringung und Versorgung Geflüchteter auf den Inseln gesenkt werden.

Nicola Bay, Leiter des Griechenland-Programms der Nothilfe- und Entwicklungsorganisation Oxfam, erklärte: "Die griechische Regierung muss jetzt Verantwortung übernehmen und Lehren aus früheren Fehlern ziehen. Sie muss schleunigst Geflüchtete aus den überfüllten Einrichtungen auf den Inseln herausholen, bevor der Winter über die schutzlosen Menschen hereinbricht. Das Elend, das hier seit über zwei Jahren herrscht, muss endlich enden."

Quelle: www.oxfam.de 


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