fianlogo klKöln. - Die Menschenrechtsorganisation FIAN hat die am 20. Januar in Berlin tagende Agrarministerkonferenz aufgefordert, weltweit die Agrarpolitik so zu gestalten, dass die Landwirtschaft den Klimawandel nicht weiter befeuert. FIAN verlangt zudem die strikte Einhaltung der deutschen Klimaziele und will in diesem Jahr einen Schwerpunkt auf das Thema "Klimagerechtigkeit" legen.

Der weltweit voranschreitende Klimawandel bedroht die Rechte auf angemessene Nahrung und Wasser vieler Menschen, so FIAN. Die durchschnittliche Temperatur habe sich seit dem 19. Jahrhundert um knapp ein Grad Celsius erhöht und steige weiter an. Dies führe bereits jetzt zu Bodenerosion, Ernteausfällen sowie dem Austrocknen und Versalzen von Wasserquellen. Zugleich trage die industrielle Landwirtschaft gemäß dem Weltklimarat mit knapp einem Viertel der menschengemachten Treibhausgas-Emissionen stark zur Erderwärmung bei. Hiervon betroffen seien am stärksten die Länder in Äquatornähe sowie Bevölkerungsgruppen, die am wenigsten zum Klimawandel beitragen.

"Die Erderwärmung führt für viele Menschen im Globalen Süden bereits jetzt zu Hunger und Wasserknappheit. Wenn Staaten angesichts dieser Katastrophe nicht alle erdenklichen Maßnahmen vornehmen, verletzen sie die Menschenrechte auf angemessene Nahrung und Wasser der Betroffenen", bewertete FIAN-Referentin Gertrud Falk die Folgen staatlicher Versäumnisse aus menschenrechtlicher Sicht. "Insbesondere Industriestaaten wie Deutschland sind menschenrechtlich verpflichtet, Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Anpassung an den Klimawandel zu ergreifen. Denn sie tragen durch ihre hohen Treibhausgas-Emissionen maßgeblich zum weltweiten Klimawandel bei", so Falk.

Gemäß dem Thünen-Institut hat die Landwirtschaft in Deutschland im Jahr 2015 Treibhausgase in Höhe von 67 Millionen Tonnen CO2 ausgestoßen. Dies sind zwar nur 7,4 Prozent der deutschen  Emissionen. Unter anderem durch Futtermittelimporte trage die deutsche Landwirtschaft aber zusätzlich zu Treibhausgas-Emissionen in anderen Ländern bei, so FIAN. Deutschland habe sich im nationalen Klimaschutzplan verpflichtet, die Treibhausgas-Emissionen der Landwirtschaft bis zum Jahr 2030 um 31 bis 34 Prozent gegenüber dem Referenzjahr 1990 zu verringern. Dieses Ziel sei gemäß dem Thünen-Institut zwar zur Hälfte erreicht, allerdings weniger aufgrund von Klimaschutzmaßnahmen, sondern aufgrund der Verringerung der Tierhaltung in Ostdeutschland Anfang der 1990er Jahre.

FIAN appellierte an die Agrarministerkonferenz, die Weichen auf eine Ressourcen schonende und menschenrechtskonforme Landwirtschaft zu stellen. "Agrarökologische Ansätze müssen gefördert werden. Monokulturen und Massentierhaltung dürfen dagegen nicht länger unterstützt werden", erklärte Falk. Im Rahmen des Jahresthemas "Klimaschutz braucht Menschenrechte" will sich FIAN 2018 intensiv für Klimagerechtigkeit einsetzen.

Quelle: www.fian.de 


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