worldvisionFriedrichsdorf. - Nach dem wiederholten Ausbleiben von Regenfällen in Äthiopien hat sich die Ernährungssituation in dem ostafrikanischen Land dramatisch verschlechtert. Nach Angaben der Kinderhilfsorganisation World Vision ist besonders das Leben und die Gesundheit von Kindern bedroht. Eine von FEWS-NET (Famine Early Warning System Network) veröffentlichte Frühwarnung und Analyse zur Nahrungsmittelunsicherheit deutet darauf hin, dass etwa 5,5 Millionen Menschen zwischen Februar und Mai 2018 dringend humanitäre Hilfe benötigen werden. Besonders betroffen sind die Bewohner in den südlichen und südöstlichen Regionen des Landes. Etwa 3,6 Millionen Kinder, schwangere Frauen und stillende Mütter sind stark unterernährt. 

Edward Brown, Direktor von World Vision Äthiopien, erklärte: "Bauern- und Hirtenfamilien berichten uns, dass die Ernte verdorrt und wertvolle Nutztiere gestorben sind. Kinder leiden darunter, dass sie die Schule verlassen und anstrengende Arbeit verrichten müssen, und junge Mädchen werden unter Druck gesetzt, Männer mit Geld zu heiraten."

So wurde die 15-jährige Nejuma gezwungen, die Schule zu verlassen, weil ihre Familie kein Einkommen mehr für Essen, Schulmaterial oder Kleidung hatte. "Ich musste meine Mutter bei einigen Hausarbeiten unterstützen, weil mein Vater auf der Suche nach Arbeit war", sagte Nejuma. 

"Die Auswirkungen von Naturkatastrophen sind am schlimmsten für Mädchen. Sie werden aus Not von ihren Familien schon in jungen Jahren verheiratet, da es nicht mehr genug zu essen gibt", so Brown. "Auch werden sie leicht Opfer von sexueller Ausbeutung."

World Vision unterstützt die von der Dürre betroffenen Menschen, indem die Mitarbeiter vor Ort beim Bau von Brunnen, Wasserleitungen und -kanälen helfen, Landwirte bei der Versorgung des Viehs unterstützen und dürreresistente Samen verteilen. An Kinder, die in diesen Regionen leben, wird Schulmaterial ausgegeben und sie werden mit Hilfe von Schulessen versorgt. Kinder, die unter akuter Mangelernährung leiden, werden mit entsprechenden Maßnahmen behandelt. Mit Hilfe von lokalen, religiösen Führern und Regierungsvertretern konnten viele Ehen mit zu jungen Mädchen annulliert werden.

Insgesamt hat World Vision im vergangenen Jahr 1,25 Millionen Menschen mit sauberem Trinkwasser, Nahrungsmitteln, Bildung und Gesundheitsmaßnahmen unterstützt. World Vision appellierte an die internationale Gemeinschaft 12,7 Millionen US-Dollar für den Kampf gegen die Dürre in Äthiopien bereit zu stellen.

Quelle: www.worldvision.de 


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