worldvisionFriedrichsdorf. - Mehr als 200 Kindersoldaten sind am Mittwoch im südsudanesischen Yambio freigelassen worden. Zwei bewaffnete Gruppen hatten insgesamt fast 700 Jungen und Mädchen in dem Bürgerkriegsland zuvor zwangsrekrutiert. Das hat die internationale Kinderhilfsorganisation World Vision berichtet. Sie wird sich jetzt um die Freigelassenen kümmern. Auch die anderen zwangsrekrutierten Kinder sollen in den kommenden Tagen freikommen.

"Die Jungen und Mädchen haben direkt mit bewaffneten Gruppen auf verschiedene Art und Weise zusammengearbeitet, einschließlich der aktiven Beteiligung am bewaffneten Konflikt. Besonders besorgt sind wir um einige Mädchen, die als Sexsklavinnen missbraucht worden sind", sagte Mesfin Loha, Direktor von World Vision South Sudan, bei der Freilassung und Übergabe der Kinder.

Die Kinderhilfsorganisation kümmert sich zunächst um die Kinder, deren Eltern noch leben und wird sie zu ihnen zurückbringen. Für die anderen sollen Pflegefamilien gefunden werden. Anschließend nehmen die Kinder an einem Reintegrationsprogramm teil. In mehreren Kinderbetreuungszentren können die Kinder zur Ruhe kommen, werden psychologisch betreut und sie können eine Schul- und Berufsausbildung bekommen.

"Uns ist es wichtig, dass die Kinder eine Perspektive für die Zukunft haben, ein eigenes Einkommen erzielen können und somit nicht gezwungen sind, wieder als Soldaten zu arbeiten. Wichtig ist darum, dass sie lesen und rechnen können und dass sie einen Beruf erlernen. Daher werden wir auch mit Handwerkern reden, die die Kinder und Jugendlichen ausbilden können", erklärte Loha.

Die jetzt freigelassenen Kinder waren von den Rebellengruppen SSNLM (Südsudanesische Nationale Befreiungsbewegung) und SPLA-IO (Oppositionelle Sudanesische Befreiungsbewegung) verschleppt worden. Die Gruppen hatten jüngst ein Friedensabkommen mit der Regierung abgeschlossen und ihrer Entwaffnung zugestimmt. Insgesamt sollen 694 verschleppte Mädchen und Jungen freigelassen werden.  

Laut UN sind mehr als 100.000 Kinder während des seit 2013 andauernden Konflikts im Südsudan direkt von Rekrutierung, Missbrauch, Ausbeutung und anderen schweren Verletzungen betroffen. Darüber hinaus wurden mehr als zwei Millionen Kinder gezwungen, zu fliehen - sowohl innerhalb des Südsudan als auch über die Grenzen des Landes.

Im Rahmen einer internationalen Kampagne unter dem Titel "Jeder Einzelne zählt, um Gewalt gegen Kinder zu beenden", kümmert sich World Vision besonders um Kinder in Brennpunkten und auf der Flucht, sorgt für ihre Betreuung in Kinderschutzzentren, in denen sie zur Ruhe kommen und zur Schule gehen können und versorgt sie medizinisch und mit Nahrungsmitteln.

Quelle: www.worldvision.de 


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