fairtrade Nürnberg. - Fairer Handel und Bioanbau gehen Hand in Hand. In den letzten fünf Jahren ist die Anzahl an Fairtrade-Produkten mit Bio-Siegel von 52 auf 73 Prozent gestiegen. Somit stammen rund drei Viertel aller Fairtrade-zertifizierten Produkte aus Bioanbau. Auf der Biofach-Messe in Nürnberg präsentieren sich auch Produzenten aus Afrika, Asien und Lateinamerika.

"Fair und bio ist die beste Kombination", erklärte der TransFair-Vorstandsvorsitzende Dieter Overath. "Die Umstellung zu ermöglichen, ist aber eine enorme Herausforderung für Fairtrade. Die Hoffnung der Produzenten ist es, durch den Bioanbau bessere Absatzchancen zu erzielen.“

Zu den Fairtrade-Produkten mit dem höchsten Bio-Anteil gehören unter anderem Früchte mit 95 und Kaffee mit 77 Prozent. 2017 wurden 518 Produkte mit Fairtrade-Siegel eingeführt, über 60 Prozent der neuen Produkte sind auch Bio-gesiegelt – darunter etwa die Trinkschokoladen Koawach von Koakult, Schokomüsli der Ceralia Getreideprodukte GmbH bei Kaufland oder Hafercookies von Lambertz. Obwohl in vielen Kategorien und Regionen schon ein prozentual hoher Anteil biologisch angebaut wird, ist es für viele Kooperativen immer noch schwer, alle Anforderungen für die Bio-Zertifizierung zu erfüllen. Fairtrade ist oft der erste Schritt hin zur Umstellung auf ökologischen Anbau.

Auf der Biofach-Messe sind in diesem Jahr neben Vertretern von Fairtrade Deutschland, dem Dachverband Fairtrade International und der externen Zertifizierungsgesellschaft Flocert ebenfalls Produzenten sowie die drei kontinentalen Produzentennetzwerke NAPP (Asien), CLAC (Lateinamerika) und Fairtrade Africa dabei. Eine große Delegation aus dem asiatischen Raum ist vor Ort, um neue Kontakte zu potenziellen Käufern zu knüpfen und somit den Zugang zu neuen Märkten in Europa zu erschließen, zum Beispiel für Kokosnüsse von den Philippinen, Safran aus dem Iran und Vanille aus Indien.

Der Biodiversitätsverlust schreitet weltweit und kontinuierlich fort. Hauptverursacher ist der Mensch, sei es durch intensive Landwirtschaft oder die Übernutzung natürlicher Ressourcen. Der Global Nature Fund, Mitgliedsorganisation und Kooperationspartner von TransFair, setzt sich gezielt dafür ein, die biologische Vielfalt auf dem Acker zu stärken. Stefan Hörmann, Leiter des Global Nature Fund-Büros in Bonn, sagte: "Intensive Landwirtschaft ist eine der Hauptursachen des Artensterbens. Maßnahmen, die Raum für biologische Vielfalt schaffen, beispielsweise artenreiche Ackerrandstreifen, tragen ebenso wie ein reduzierter Einsatz von Pestiziden entscheidend dazu bei, die Biodiversität in Agrarlandschaften zu erhalten und zu fördern."

Die konventionelle agroindustrielle Landwirtschaft produziert massive Umweltschäden, so TransFair. Die nachhaltigste Form der Agrarproduktion sei nachweislich die kleinbäuerliche Landwirtschaft, wo natürlich auch die Erhöhung der Produktion im Fokus stehe. Daher sei die Stärkung von Kleinbauern auch ein Arbeitsschwerpunkt von Fairtrade. 

Sheena, eine Bäuerin der Fairtrade-Kooperative Manarcadu Social Service Society (MASS) aus dem indischen Kerala, sagte: "Fairtrade ermöglichte mir, mich im Bereich nachhaltiger Landwirtschaft fortzubilden. Als Frau habe ich es in einer Fairtrade-Kooperative leichter, von der Gemeinschaft anerkannt zu werden. So konnte ich dazu beitragen, ökologischen Anbau voranzutreiben."

Quelle: www.fairtrade-deutschland.de 


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