pro wildlifeMünchen. - Eine Savanne in Afrika ohne Löwen ist undenkbar? Dieses Szenario ist nicht so utopisch wie zunächst gedacht, denn die Raubkatzen gelten ebenso wie Tiger und Leoparden als bedroht. Deshalb ist der Tag des Artenschutzes am 3. März in diesem Jahr dem Schutz der Großkatzen gewidmet. 

"Mehr als 80 Prozent aller Raubkatzen-Arten sind mittlerweile auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten als gefährdet eingestuft. Verantwortlich für die rasant schrumpfenden Bestände ist der Mensch", erklärte Daniela Freyer von Pro Wildlife. "Die Raubkatzen und ihre Lebensraum müssen konsequent geschützt und Jagd und Handel mit ihnen verboten werden".

Vor einhundert Jahren ging man von weltweit etwa 100.000 wildlebenden Tigern aus, inzwischen sind es weniger als 3.900. Mit der weitgehenden Ausrottung der Tigerbestände in vielen asiatischen Ländern begann in den 80er Jahren der Aufstieg kommerzieller Tigerfarmen, gefördert und finanziert von der chinesischen Regierung und privaten Geschäftemachern. 

"Die majestätischen Großkatzen werden oft unter erbärmlichen Haltungsbedingungen gezüchtet, um ihre Körperteile für die Traditionelle Medizin auszubeuten," so Freyer. Mittlerweile leben etwa 7.000 gezüchtete Tiger in China, Thailand, Vietnam, Laos und Südafrika. Vor ihrem Tod werden die Tiere häufig als Touristenattraktion vermarktet.

"Diese Zuchtfarmen halten die Nachfrage nach den vermeintlichen Heilmitteln am Leben und treiben dadurch Wilderei und illegalen Handel mit den wenigen verbliebenen wildlebenden Tigern an. Heute werden sogar Löwen, Leoparden und Jaguare gewildert, um ihre Skelette als angebliche Tigerknochen zu vermarkten", sagte Freyer. Das CITES-Artenschutzabkommen fordert seit langem, jeglichen Handel mit Tigerprodukten und die kommerzielle Zucht von Tigern zu verbieten. Verschiedene Regierungen setzen dies allerdings nicht konsequent um.

Die Löwenbestände in Afrika sind laut Pro Wildlife in den vergangenen 21 Jahren um 43 Prozent zurückgegangen, heute leben noch etwa 20.000 Tiere in der Wildnis. In West- und Zentralafrika sind sie vom Aussterben bedroht, in 27 Ländern bereits ausgerottet. Gleichzeitig hat der internationale Handel mit Skeletteilen, Fellen und Trophäen deutlich zugenommen. Zudem werden jährlich noch immer hunderte Löwen legal von Großwildjägern getötet. In verschiedenen Studien haben Wissenschaftler die negativen Auswirkungen der Löwenjagd nachgewiesen, unter anderem in Tansania, Simbabwe und Sambia. 

"Großwildjäger eliminieren nicht nur die männlichen Tiere im besten Fortpflanzungsalter. Der Abschuss eines männlichen Löwen ist auch das Todesurteil für seinen Nachwuchs: Der Nachfolger im Rudel tötet die Jungtiere, um schneller eigenen Nachwuchs zeugen zu können. Infolge der Jagd wird so gleich noch die kommende Generation ausgelöscht", erklärte Freyer. Während der Handel mit anderen Großkatzen durch CITES international verboten ist, ist er für Löwen trotz massiv dezimierter Bestände noch immer erlaubt. Der Versuch afrikanischer Länder, Löwen international unter strengen Schutz zu stellen, scheiterte bereits zweimal.

Wie viele Leoparden insgesamt noch leben, ist unbekannt. Wissenschaftler gehen jedoch davon aus, dass die Tiere nur noch in 25 bis 37 Prozent ihres ursprünglichen Verbreitungsgebietes vorkommen. Besonders klein und bedroht sind die Bestände in Asien und auf der arabischen Halbinsel, aber auch in Afrika wurden Leoparden stark dezimiert. Einige Unterarten sind bereits ausgestorben oder stehen kurz vor der Ausrottung. 

Ursache sind die zunehmende Umwandlung von Savannen und Waldgebieten in landwirtschaftlich genutzte Gebiete und die damit einhergehende Verfolgung, vor allem durch Viehzüchter. Zudem hat in Afrika die Wilderei für den Buschfleischhandel den Bestand der Beutetiere stark dezimiert. Die legale Trophäenjagd und die Wilderei für den illegalen Handel mit Knochen und Fellen sind weitere Gefahren. "Leoparden sind vielen Bedrohungsfaktoren ausgesetzt. Ihnen wird beispielsweise ihr schönes Fell zum Verhängnis: Bei Trophäenjägern und Wilderern sind sie deshalb sehr begehrt", so Freyer.

Quelle: www.prowildlife.de 


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