bmz Berlin. - Deutsche Experten sind derzeit im Auftrag von Bundesentwicklungs- und Bundesgesundheitsministerium in Nigeria im Einsatz, um das westafrikanische Land bei der Bewältigung des aktuell grassierenden Lassafiebers zu unterstützen. Innerhalb weniger Wochen sind in Nigeria rund 1.100 Verdachtsfälle von Lassafieber aufgetreten, 90 davon mit tödlichem Ausgang.

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) helfen den nigerianischen Stellen gemeinsam mit den Expertinnen und Experten aus Deutschland bei der Diagnose von Lassafieber. So konnten seit Beginn des Einsatzes im Januar mehr als tausend Lassafieber-Verdachtsfälle untersucht werden. Um Patienten erfolgreich identifizieren und behandeln zu können und eine weitere Übertragung einzudämmen, ist eine schnelle und verlässliche Diagnostik erforderlich.

"Eine einzige Epidemie kann innerhalb von Wochen die Entwicklungserfolge von Jahrzehnten vernichten, so wie es bei Ebola passiert ist", erklärte Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU). "Wir haben unsere Lektion gelernt und reagieren in Nigeria schnell und frühzeitig. Todbringende Krankheiten haben gerade da leichtes Spiel, wo sie auf unzureichende Gesundheitssysteme treffen. Genau deswegen werden wir auch weiterhin die Gesundheitssysteme in unseren Partnerländern stärken und verbessern."

Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) sagte: "Es ist gut, dass deutsche Experten jetzt in Nigeria schnelle Hilfe leisten können und vor Ort bei der Krankheitsbekämpfung unterstützen. Das zeigt, dass es gelungen ist, die Krisenreaktionsfähigkeit unseres Landes und der internationalen Staatengemeinschaft zu stärken und die globale Gesundheit auf die internationale Tagesordnung zu setzen. Die globale Gesundheitspolitik ist damit zu einem Markenzeichen der internationalen Verantwortung unseres Landes geworden. Im Kampf gegen internationale Gesundheitsgefahren muss Deutschland auch weiterhin Treiber und verlässlicher Partner sein."

Lassafieber zählt zu den hämorrhagischen – also mit Blutungen einhergehenden – Fiebern. Eine vorbeugende Impfung gibt es nicht. Die Übertragung von Mensch zu Mensch ist vor Krankheitsbeginn und während der Inkubationszeit nur über Blutkontakt möglich. Nur mit einer verlässlichen Diagnostik können der Ausbruch eingedämmt und geeignete Gegenmaßnahmen ergriffen werden. 

Deshalb wird der aktuelle gemeinsame Hilfseinsatz von Bundesentwicklungsministerium und Bundesgesundheitsministerium auch fortgesetzt und auf die nigerianische Hauptstadt Abuja ausgeweitet: Das dortige nationale Labor erhält – ebenso wie das Lassafieber-Referenzlabor des Irrua Teaching Hospitals – Materialien, die für die Lassafieber-Diagnostik dringend benötigt werden. Die nationalen Labormitarbeiter werden zudem im sicheren Nachweis des Virus' geschult.

Als Schlussfolgerung aus der Ebola-Krise in Westafrika hat das Bundesentwicklungsministerium gemeinsam mit dem Bundesgesundheitsministerium die "Schnell einsetzbare Expertengruppe Gesundheit (SEEG)" ins Leben gerufen, die jetzt auch in Nigeria im Einsatz ist. Die SEEG hilft Partnerländern bei der Vorbereitung und Reaktion auf Ausbrüche von Infektionskrankheiten. Auf Anforderung betroffener Länder stellt die SEEG kurzfristig Teams aus einschlägigen Expertinnen und Experten aus Medizin und Forschung zusammen, die vor Ort die lokalen Behörden beraten. 

Die SEEG unterstützt beispielsweise bei der Diagnostik von Krankheiten, berät zu geeigneten Behandlungsmethoden und Möglichkeiten, Kranke zu isolieren und Gesunde vor einer Infektion zu schützen. Die "Schnell einsetzbare Expertengruppe Gesundheit" ist eine Kooperation des Robert-Koch-Instituts (RKI), des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin (BNITM) und der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ).

Die Expertengruppe wird personell unterstützt durch das "Programm für globalen Gesundheitsschutz" (Global Health Protection Programm - GHPP) des Bundesgesundheitsministeriums, das bereits seit 2016 in Nigeria beim Aufbau von Laborkapazitäten hilft. Das GHPP hilft seinen Partnerländern – überwiegend in Afrika – bei der Epidemieprävention, beispielsweise mit dem Aufbau von Laborkapazitäten und Seuchenwarnsystemen. Das Programm wird neben RKI und BNITM vom Paul-Ehrlich-Institut (PEI) und dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) durchgeführt.

Quelle: www.bmz.de 


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