difaem Tübingen. - Durch die anhaltende Gewalt im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo sind hunderttausende Menschen auf der Flucht – von den Dörfern in die Stadt oder ins Nachbarland Uganda. Die Versorgungslage ist schlecht und die Menschen leiden an Hunger. Es fehlt an Trinkwasser und medizinischer Versorgung. Das Deutsche Institut für Ärztliche Mission (Difäm) hat nun gemeinsam mit kirchlichen Partnern vor Ort den Bau eines Brunnens auf den Weg gebracht und ermöglicht Kindern und Schwangeren eine kostenfreie medizinische Versorgung.

Seit Februar 2018 verschärft sich der gewalttätige Konflikt zweier ethnischer Gruppen in der Provinz Ituri im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo. "Unsere Partner vor Ort berichten von Kämpfen, Überfällen und niedergebrannten Dörfern", sagte Difäm-Gesundheitsreferentin Gabi Hettler. Fast 50.000 Binnenflüchtlinge flohen bisher aus den Dörfern in die Provinzhauptstadt Bunia.

Lokale Einrichtungen und Kirchen versorgen die Neuankömmlinge und versuchen Strukturen aufzubauen. Obwohl viele Anwohner Geflüchtete bei sich aufnehmen, müssen tausende Menschen in improvisierten Flüchtlingslagern und unter freiem Himmel schlafen. "In der Region ist gerade Regenzeit. Der Ausbruch und die Verbreitung von Infektionskrankheiten wie Cholera hätte fatale Folgen, denn Kranke können kaum behandelt werden", so Gabi Hettler. 

Die Gesundheitseinrichtungen sind überfordert mit den zusätzlichen Patienten, die sie mit versorgen müssen. Zusätzlich zu den Fachkräften fehlen die nötigsten Medikamente und Gerätschaften. "Risikogruppen sind vor allem Kinder und Schwangere", erklärte Gabi Hettler. Nach ihnen suchen nun die Partner des Difäm gezielt, um ihnen die notwendigen Untersuchungen und Behandlungen kostenfrei zu ermöglichen oder sie zur Entbindung in eine Klinik zu bringen.

Um Infektionen zu verhindern, ist fließendes Wasser essentiell. Deshalb unterstützte das Difäm den Bau eines Brunnens. Binnen einer Woche bohrten die Difäm-Partner ein Brunnenloch und ermöglichten den Menschen im Lager Zugang zu sauberem Wasser. "Was wir hier gerade erleben ist schlimm, aber wir lassen uns nicht entmutigen", schrieb Rose Mumbere, Leiterin des Soforthilfeprogramms der evangelischen Kirche. "Wir machen weiter und wollen den Menschen eine gute Versorgung gewährleisten." Das vom Difäm unterstützte Projekt wird aus Spenden finanziert. Das Difäm stellte hierfür 20.000 Euro Soforthilfe zur Verfügung.

Quelle: www.difaem.de 


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