bmz Berlin. - Mädchen und Frauen gelten in einigen Ländern und Kulturen während ihrer Menstruation als "unrein", sind von bestimmten Aktivitäten ausgeschlossen oder werden sogar komplett isoliert. Darauf hat das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) anlässlich des "Menstrual Hygiene Day" am 28. Mai aufmerksam gemacht. 

Weltweit, besonders in Schwellen- und Entwicklungsländern, verpassen viele Mädchen monatlich einige Tage den Unterricht. Sie bleiben zu Hause, obwohl wichtige Prüfungen anstehen, brechen oft sogar frustriert die Schule ab, weil sie den verpassten Unterrichtsstoffs nicht nachzuholen schaffen. Tage, die sie wegen ihrer Regel verpassen, verbauen manchmal Chancen für das ganze Leben. 

"Wir müssen das Schweigen über das Tabu der weiblichen Menstruation brechen", fordert die Parlamentarische Staatssekretärin im Entwicklungsministerium, Maria Flachsbarth: "Warum bleiben in manchen Ländern die Schreibtische qualifizierter Frauen einige Tage im Monat unbesetzt, verzichten Marktfrauen auf den Verkauf ihrer Waren und sind für die Gemeinschaft tagelang unsichtbar? Manchmal liegt es nur daran, dass Mädchen oder Frauen keinen Zugang zu Hygieneartikeln haben, dass getrennte Toiletten oder Waschmöglichkeiten in der Schule oder bei der Arbeit fehlen. Oder weil die Regelblutung von der Gesellschaft stigmatisiert oder mit religiösem Tabu belegt ist. Alle diese Hürden, die Mädchen und Frauen daran hindern, gleichberechtigt am Leben teilzunehmen, wollen wir mit unserer Entwicklungszusammenarbeit überwinden helfen. Sensible und geduldiger Aufklärungsarbeit sind nur ein erster Schritt, praktische Unterstützung ebenso entscheidend."

Das BMZ unterstützt verschiedenste Vorhaben mit dem Ziel einer Wasser-, Sanitär- und Hygieneversorgung, die die Bedürfnisse von Mädchen und Frauen besonders berücksichtigt. Im Rahmen des BMZ-Programms "Fit for School" etwa ist es so gelungen, nach und nach für mädchenfreundliche Toiletten und Hygiene in Schulen in Kambodscha, Laos, Indonesien und den Philippinen zu sorgen. Entsprechende Vorgaben sind inzwischen im Regelwerk der Bildungsministerien verankert - als klare Aufgabe der Schulleitungen. 

Ein anderes Beispiel ist Nepal: Hier unterstützt das BMZ die Gründung von lokalen Frauen-Kooperativen, die erschwingliche Menstruationsbinden selbst herstellen.

"Viele mögen es unangenehm finden, über das Thema Menstruationshygiene offen zu sprechen. Ja, das kostet Überwindung – aber nicht darüber zu sprechen, kostet Lebensperspektiven für Mädchen und Frauen", sagte Maria Flachsbarth. "Wir können es uns aber nicht leisten, auf die Hälfte der Weltbevölkerung tagelang zu verzichten und sie tagelang wegen ihrer Tage auszuschließen. Deswegen lohnt es sich, dieses Tabu zu brechen." 

Quelle: www.bmz.de 


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