oxfamBerlin. - Im Südsudan sind Millionen Menschen von Hungersnot bedroht, warnt die Nothilfe- und Entwicklungsorganisation Oxfam. In der vergangenen Woche hatte das Hungersnot-Frühwarnsystem FEWSNET ("Famine Early Warning Systems Network") in einem Bericht festgestellt, dass im Kreis Pibor (Bundesstaat Boma) bereits ein Fünftel der Haushalte unter Hungersnot leidet. 

Vier Jahre Konflikt und Bürgerkrieg haben die Vorräte der Menschen aufgezehrt und landesweit die Selbsthilfemöglichkeiten der Gemeinden erschöpft, berichtete Oxfam. In Pibor haben zudem Schädlingsbefall und Überschwemmungen die Ernten vernichtet. Mit Einsetzen der Regenzeit muss ein Großteil der Nahrung aus der Hauptstadt Juba eingeflogen werden und wird damit für viele Menschen zu teuer.

Bereits im Jahr 2017 wurde der Südsudan von einer schweren Hungerkrise getroffen, in den Kreisen Leer und Mayendit wurde eine Hungersnot ausgerufen. Massive internationale Hilfe hat geholfen, eine noch größere Krise zu verhindern, aber nach den Missernten des vergangenen Jahres steht der Südsudan wieder am Rande der Katastrophe.

Nicolo Di Marzo, Oxfams Landesdirektor für den Südsudan, erklärte: "Auf die formelle Ausrufung einer Hungersnot zu warten, reicht nicht aus. Die Menschen vor Ort sind verzweifelt. Eine Frau in Pibor berichtet, dass ihre Familie schon Gras und Unkraut auskocht. Davon werden sie zwar krank, aber es ist ihre einzige Chance zu überleben."

"Internationale Hilfe konnte die Hungersnot bisher in Grenzen halten, aber der Bedarf steigt in einem Maß, dass Oxfam und andere Hilfsorganisationen kaum mehr Schritt halten können", sagte Di Marzo. "Ähnliche Trends beobachten wir landesweit. Es muss dringend gehandelt werden, um in Pibor und dem ganzen Südsudan Menschenleben zu retten."

Oxfam hat Nothilfeteams nach Pibor entsandt, die in Ernährungszentren sauberes Wasser und Seife bereitstellen, um wasserbezogene Krankheiten wie Cholera oder Durchfall zu vermeiden, die für unterernährte Menschen schnell tödlich werden können.

Unterdessen ist auch in der jüngsten Runde der Friedensgespräche in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba kein Abkommen zur Beendigung des vierjährigen Bürgerkriegs zustande gekommen. Jede Verlängerung des Konflikts bedeutet, dass mehr Menschen von ihrem Land vertrieben werden, ihre Lebensgrundlagen verlieren und hungern.

Di Marzo: "Ohne Frieden wird der Hunger nicht aufhören, den Südsudan heimzusuchen. So wichtig internationale Nothilfe ist, so wichtig ist es, dass die regionale und internationale Staatengemeinschaft ihr volles diplomatisches Gewicht in die Waagschale wirft, um Frieden im Südsudan zu erreichen."

Quelle: www.oxfam.de 


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