oxfamBerlin. - Die Kämpfe um den jemenitischen Hafen Al-Hudaida bedrohen die Versorgung der Menschen im Jemen mit überlebenswichtigen Gütern, warnt die Nothilfe- und Entwicklungsorganisation Oxfam. Diese Menschen stünden ohnehin bereits am Rand einer Hungersnot. Die Kämpfe um Al-Hudaida hätten bereits hunderte Familien dazu gezwungen, aus ihren Häusern zu fliehen.

"Im Jemen herrscht bereits jetzt die weltweit schlimmste humanitäre Krise", sagte Oxfams Landesdirektor im Jemen, Mushin Siddiquey. Den Hafen Al-Hudaida zu blockieren, bedeute, die lebensnotwendige Zufuhr von Nahrung, Treibstoff und Medizin zu unterbrechen. Dadurch würden noch mehr Menschen sterben.

"Im Jemen gibt es bereits viel zu viel Zerstörung, Krankheit und Tod. Die internationale Gemeinschaft muss massiven Druck auf die Kriegsparteien ausüben, damit die Kämpfe beendet und Friedensverhandlungen wieder aufgenommen werden", erklärte Mushin Siddiquey.

Al-Hudaida ist einer der wichtigsten Häfen im Jemen. Ungefähr 90 Prozent der Nahrungsmittel im Jemen müssen importiert werden und 70 Prozent davon werden über den Hafen Al-Hudaida eingeführt. Außerdem müssen etwa 90 Prozent des Treibstoffs, der unter anderem für Nahrungsmittellieferungen und Wasserpumpen benötigt wird, importiert werden. Die Hälfte davon kommt über die Häfen Al-Hudaida und Al-Salif ins Land. Al-Hudaida ist auch für die Einfuhr von Medizin und anderen lebenswichtiger Güter von größter Bedeutung.

Die Eskalation des Konflikts im Jemen liegt mittlerweile drei Jahre zurück. 8,4 Millionen Menschen leiden unter extremer Lebensmittelknappheit und befinden sich an der Schwelle zu einer Hungersnot, so Oxfam. Mehr als 22 Millionen Menschen, beinahe 75 Prozent der Bevölkerung des Jemens, seien auf humanitäre Hilfe angewiesen. Der letztjährige Cholera-Ausbruch war mit über 1,1 Millionen Verdachtsfällen und über 2.200 Toten der weltweit schlimmste seit Beginn der Aufzeichnungen.

Quelle: www.oxfam.de 


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