whh Bonn. - Die Welthungerhilfe hat anlässlich der Präsidentschaftswahlen in Mali am 29. Juli größere Anstrengungen für den staatlichen Wiederaufbau und die Bekämpfung von Hunger und Armut angemahnt. Damit die einstige Vorzeigedemokratie Westafrikas eine Perspektive für die Lösung der anhaltenden politischen und militärischen Krise habe, sei die internationale Gemeinschaft auch nach den Wahlen weiterhin gefordert.

"Die schleppende Umsetzung des Friedensprozesses und ungelöste Konflikte bedrohen die Entwicklung des Landes und gefährden die bereits erzielten Fortschritte bei der Hungerbekämpfung", erklärte Jan Fahlbusch, Leiter Politik der Welthungerhilfe. "Ohne staatlichen Wiederaufbau und tiefgreifende Reformen insbesondere von Militär, Polizei und Justiz droht der malische Staat seine Handlungsfähigkeit weiter zu verlieren. Armut und Perspektivlosigkeit für ganze Generationen wären die Folge. Dabei hat Mali eine zentrale Bedeutung in der Sahelzone - auch für Europa - und steht mit den Präsidentschaftswahlen endgültig an einem Scheideweg."

Trotz umfangreicher Unterstützung für die Stabilisierung des Landes bleiben Hunger- und Armutsbekämpfung eine zentrale Herausforderung. Über vier Millionen Malier, darunter viele Frauen und Kinder, könnten sich ohne Hilfe nicht mehr ausreichend ernähren, so die Welthungerhilfe. Die staatliche Verwaltung sei aufgrund der schlechten Sicherheitslage in weiten Teilen von Mali nicht mehr präsent. Die Landbevölkerung sei häufig bewaffneten Gruppen schutzlos ausgeliefert.

"Der Hunger wird sich während der Zeit zwischen den Ernten vor allem in unsicheren Gebieten verschlimmern. Die Vorräte sind aufgebraucht und die nächste Ernte weit weg. Die Kleinbauern müssten jetzt in der Regenzeit aussäen, trauen sich aber nicht auf ihre Felder. Im Landesinneren gibt es Kämpfe zwischen Bauern und Viehhirten um Wasser und Weideland. Im Norden mussten aufgrund der unsicheren Lage über 700 Schulen geschlossen werden; 300.000 Kinder können nicht mehr zur Schule gehen. Und auch Polizei- und Gesundheitsstationen sind nicht mehr besetzt, da die staatlichen Angestellten aus Angst vor den Rebellen nicht mehr zurückkehren", schilderte Bernd Schwenk, Länderdirektor der Welthungerhilfe in Bamako, die aktuelle Situation.

"Dass die Welthungerhilfe seit 50 Jahren in Mali im Einsatz ist, ist kein Grund zur Freude. Vielmehr ist es ein Ansporn auch weiterhin gegen Hunger auf dem Land vorzugehen. Die Malier haben ein Recht auf Frieden, Sicherheit und ein Leben ohne Hunger", sagte Bernd Schwenk. "Faire Wahlen sind hierfür eine zwingende Voraussetzung. Dem Wahlgang muss eine Offensive für den Kampf gegen Armut, Korruption und Straflosigkeit folgen. Anderenfalls steigt die explosive Unzufriedenheit vor allem bei der Jugend."

Quelle: www.welthungerhilfe.de 


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