cbmBensheim. - Laut UNESCO besuchen derzeit 263 Millionen Kinder und Jugendliche weltweit keine Schule. Besonders betroffen sind die Ärmsten der Armen, vor allem Kinder mit Behinderungen in Entwicklungsländern: Neun von zehn von ihnen können nicht zur Schule gehen. Vor diesem Hintergrund fordert die Christoffel-Blindenmission (CBM) von der deutschen Bundesregierung ein noch stärkeres Engagement, um das Recht auf Bildung für alle zu gewährleisten.

"In einem Schulzeugnis würde die weltweite Bildungsförderung durch Deutschland mit 'mangelhaft' benotet", erklärte CBM-Vorstand Rainer Brockhaus. "Das Entwicklungsministerium setzt stark auf die Förderung beruflicher Ausbildung. Das hilft aber wenig, wenn Kinder nie eine Schule besucht haben und ihnen wichtige Schlüsselqualifikationen fehlen."

Deutschlands finanzielle Zusagen für die Globale Bildungspartnerschaft belaufen sich für das Jahr 2018 auf insgesamt 18 Millionen Euro – der deutschen Wirtschaftskraft angemessen wären jedoch 100 Millionen Euro jährlich, so die CBM. Brockhaus: "Die von der CBM geforderte Aufstockung der Förderung muss vor allem in Programme fließen, die der Grundbildung von Menschen mit Behinderungen und anderen benachteiligten Gruppen zu Gute kommen." Denn noch fehle es gerade in Entwicklungsländern an barrierefreien Schulen, an geeignetem Lehrmaterial sowie an Fachkräften, die für den Unterricht von behinderten und nicht behinderten Kindern ausgebildet sind.

Wie solche Programme in der Praxis aussehen können, zeigt ein CBM-Projekt in Madagaskar: An drei Schulen in verschiedenen Landesteilen erhalten derzeit rund 100 blinde, seh- oder mehrfach-behinderte Kinder eine fünfjährige Grundbildung. Danach können sie in ein spezielles Berufsbildungsprogramm oder auf weiterführende Regelschulen wechseln. Mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) wandelt die CBM diese drei Schulen jetzt in Kompetenzzentren für inklusive Bildung um.

Zu den Maßnahmen gehören der Bau und die Ausstattung neuer Klassenzimmer, die Anschaffung von Lernmaterial sowie Fortbildungen von Lehrkräften. Ziel ist es, mehr Kinder aufnehmen zu können, die Qualität des Unterrichts zu verbessern sowie die umliegenden Regelschulen beim gemeinsamen Unterrichten von Kindern mit und ohne Behinderungen zu unterstützen.

"Die Förderung dieses Projekts durch das Entwicklungsministerium ist ein ermutigendes Signal", betonte CBM-Vorstand Brockhaus. "Wir wünschen uns, dass dies kein Einzelfall bleibt und inklusive Grundbildung dauerhaft einen höheren Stellenwert erhält."

Quelle: www.cbm.de  


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