oneBerlin. - Der Globale Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria hat in den vergangenen 16 Jahren 27 Millionen Menschenleben gerettet. Das ist die Schlagzeile eines neuen Berichts, der einerseits die Wirksamkeit des Globalen Fonds darlegt und gleichzeitig vor der Gefahr der Selbstzufriedenheit im Kampf gegen vermeidbare Krankheiten warnt. Die Lobby-Organisation ONE ist jedoch besorgt, dass die deutsche Bundesregierung ihren zugesagten Beitrag für die Jahre 2016-2019 den aktuellen Zahlen zufolge nicht einhalten könnte.

Im Oktober 2019 treffen sich führende Politiker in Lyon, um die Finanzierung des Fonds bis 2022 zu sichern. Der nun vorgestellte Bericht zeigt ONE zufolge, welch große Bedeutung der Globale Fonds für die globale Gesundheit hat. Sollte die Weltgemeinschaft nach den großen Erfolgen, die es im Gesundheitssektor in den vergangenen Jahren gegeben hat, jetzt in Selbstzufriedenheit verfallen und ihr Engagement vernachlässigen, hätte dies lebensbedrohliche Folgen für Millionen Menschen, so ONE.

"Intelligente, effektive Investitionen des Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria haben 27 Millionen Menschenleben gerettet und Zehntausenden weiteren Hoffnung gegeben", erklärte Jenny Ottenhoff, Direktorin für globale Gesundheitspolitik bei ONE. "Der Globale Fonds ist der weltweit größte internationale Geldgeber für die Behandlung und Prävention von Tuberkulose und Malaria und der zweitgrößte internationale Geldgeber für die Behandlung und Prävention von HIV/Aids. Er ist eine der innovativsten und effizientesten Gesundheitsorganisationen der Welt. Der Bericht zeigt eindrücklich die Bedeutung des Globalen Fonds für die globale Gesundheit und wie wichtig es ist, dass die Wiederauffüllungskonferenz im nächsten Jahr in Frankreich erfolgreich verläuft."

Mit Blick auf Deutschland sagte Stephan Exo-Kreischer, Deutschland-Direktor von ONE: "Vor allem unsere Fortschritte bei der Bekämpfung von Aids sind bemerkenswert - und zugleich fragil. Die großen Erfolge im Kampf gegen Aids haben ein falsches Sicherheitsgefühl geschaffen. Aids ist eine Epidemie, die immer noch täglich mehr als 2.500 Menschenleben fordert. Tatsache ist: Aids ist noch immer eine globale Krise, und wir brauchen den Globalen Fonds jetzt mehr denn je. Deutschland hat sich in den vergangenen Jahren als Vorreiter im Kampf gegen globale Epidemien hervorgetan. Auf Grund der aktuell vorliegenden Zahlen sind wir allerdings besorgt, dass Deutschland seinen Beitrag an den Globalen Fonds für die aktuelle Finanzierungsperiode nicht einhalten könnte. Damit würden nicht nur Menschenleben aufs Spiel gesetzt. Deutschland verlöre so auch an Glaubwürdigkeit als Kämpferin für globale Gesundheit."

Bei der Finanzierungskonferenz für den Globalen Fonds im kanadischen Montréal 2016 sagte die Bundesregierung 810 Millionen Euro für die Jahre 2017 bis 2019 zu. 100 Millionen Euro dieses Beitrags sollen durch sogenannte Debt-2-Health (D2H) Schuldenumwandlungen zur Verfügung gestellt werden. Dabei erlässt Deutschland einem Land Schulden, wenn dieses Land das so freiwerdende Geld (oder zumindest einen vorab festgelegten Anteil) in Maßnahmen des Globalen Fonds im eigenen Land investiert.

Den momentan vorliegenden Zahlen zufolge könnte es für Deutschland schwierig werden, den Gesamtbetrag bis Ende 20129 zu leisten, erklärte ONE. Für den Globalen Fonds wäre es ein großes Problem, wenn Deutschland erstmalig seine Zusagen nicht erfüllen würde, da das Geld bereits fest eingerechnet sei. Darüber hinaus wäre es ein fatales Signal an andere Geber, würde einer der wirtschaftlich stärksten Geberstaaten, der dazu noch einen deutlichen Haushaltsüberschuss zu verzeichnen hat, seinen zugesicherten Beitrag nicht leisten.

"Im kommenden Jahr werden ONE und ihre über neun Millionen Mitglieder auf der ganzen Welt mit großem Engagement dafür kämpfen, dass der Globale Fonds über die Ressourcen verfügt, die er benötigt, um weiterhin Leben zu retten und diese vermeidbaren Krankheiten auszurotten", kündigte Stephan Exo-Kreischer an.

=> Global Fund-Bericht: www.theglobalfund.org 

Quelle: www.one.org 


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