greenpeace Hamburg. - Gegen die Einrichtung eines Schutzgebiets im Südpolarmeer hat sich die Antarktis-Kommission CCAMLR am Freitag bei ihrem Treffen im australischen Hobart ausgesprochen. Medienberichten zufolge lehnten mit Russland, China und Norwegen drei der 25 CCAMLR-Mitglieder den von Deutschland initiierten Vorschlag ab, im bislang weitgehend unberührten Weddellmeer das weltgrößte Meeresschutzgebiet einzurichten und verhinderten so die notwendige Konsensentscheidung. Greenpeace sprach von einer "verpassten Chance".

Knapp drei Millionen Menschen weltweit hatten sich mit ihrer Unterschrift dafür ausgesprochen, das Weddellmeer vor der Ausbeutung etwa durch Krillfischer zu schützen. "Die Kommission hat heute die Chance verpasst, eine Antwort auf die drängenden Herausforderungen für den Schutz der Meere zu geben", sagte Greenpeace-Meeresexperte Thilo Maack.

Erderhitzung, Plastikmüll und Überfischung setzen den Ozeanen und ihren Bewohnern schwer zu, betonte Greenpeace. Ohne ausgedehnte Schutzgebiete, wie es im Weddellmeer viele Regierungen und Millionen Menschen fordern, seien die Meere diesen Bedrohungen auf Dauer nicht gewachsen. Nur mit solchen Rückzugsräumen lasse sich verhindern, dass sich das weltweite Artensterben auch unter Wasser beschleunigt.

"Wenn die Antarktis-Kommission weiter zulässt, dass Länder wie Russland und China den Schutz des Südpolarmeers blockieren, scheitert sie an ihrer eigentlichen Aufgabe", betonte Maack. "Ein Gremium, das zum Schutz der Antarktis eingesetzt wurde, aber durch die Interessen einzelner Mitgliedsländer dominiert wird, ist offenkundig kein Teil der Lösung. Die Vereinten Nationen müssen daraus die Konsequenzen ziehen und mit dem Globalen Hochsee-Schutzabkommen rasch dafür sorgen, dass 30 Prozent der Ozeane unter Schutz gestellt werden."

Quelle: www.greenpeace.de 


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