dahw neuWürzburg. - Die DAHW Deutsche Lepra‐ und Tuberkulosehilfe hat zusammen mit ihrer afghanischen Partnerorganisation LEPCO ein kurzfristiges Nothilfe‐Projekt in der afghanischen Provinz Bamiyan begonnen. Aufgrund anhaltender schwer bewaffneter Kämpfe zwischen Rebellengruppen und der Armee sind rund 18.000 Menschen aus der benachbarten Provinz in das Einsatzgebiet der DAHW geflohen.

"Während andere Hilfsorganisationen wegen der schwierigen Sicherheitslage keinen Zugang zur Krisenregion haben, können wir mit unserem langjährigen Partner LEPCO und dank der finanziellen Unterstützung des Bündnis Entwicklung Hilft direkt loslegen", sagte DAHW‐Mitarbeiter Jürgen Ehrmann.

Aktuell sind in Afghanistan rund 290.000 Menschen auf der Flucht vor den weiterhin tobenden Kämpfen im Land. 18.000 Binnenvertriebene sind laut der UN‐Organisation OCHA allein aus der Provinz Ghazni geflohen – etwa 8.500 in die Provinz Bamiyan. Dort leben die Menschen unter katastrophalen Bedingungen. "Hier hat es derzeit minus 10°C", berichtete Jürgen Ehrmann, der die medizinischen und sozialen Projekte bei der DAHW leitet. "Die Menschen schlafen in Notunterkünften, in Schulen oder Moscheen. Sie leiden Hunger und sind in einem schlechten gesundheitlichen Allgemeinzustand."

Die Versorgung der Menschen verlaufe schleppend, weil internationale Hilfsorganisationen aufgrund der Gefechte keinen Zugang zu der Region haben. "Dank der langjährigen Zusammenarbeit mit unserer lokalen Partnerorganisation LEPCO sind wir in der Lage, umgehend ein kurzfristiges Nothilfe‐Projekt zu starten", sagte Ehrmann. "Wir sind jetzt mit mobilen Kliniken unterwegs, um für die Menschen eine allgemeine Gesundheitsversorgung zu gewährleisten. Mithilfe eines kleinen Labors können wir dabei gleich einen Tuberkulose‐Test durchführen."

Zwar trägt jeder dritte Mensch weltweit den TB‐Erreger in sich, doch zum Ausbruch der Krankheit kommt es erst, wenn das Immunsystem des Infizierten geschwächt ist. "Die Strapazen der Flucht setzen den meist sowieso schon unterversorgten Menschen extrem zu, hinzu kommt, dass sie hier auf engstem Raum unter schlechten Hygienebedingungen leben müssen", so Ehrmann. "Je früher wir eine Erkrankung erkennen und behandeln, umso geringer ist das Risiko, dass Menschen sterben und eine Epidemie ausbricht." Möglich wird der kurzfristige Hilfseinsatz durch die Finanzierung des Bündnisses Entwicklung Hilft (BEH), in dem die DAHW Mitglied ist.

Quelle: www.dahw.de 


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