cbmBensheim. - Zum Welttag der Menschen mit Behinderungen (3. Dezember) hat die Christoffel-Blindenmission (CBM) den zu geringen Stellenwert von Inklusion in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit kritisiert. "Menschen mit Behinderungen in Entwicklungsländern sind oft ausgegrenzt, haben kaum Zugang zu Bildung, Arbeit und Gesundheitsversorgung. Ihnen droht ein Leben in Armut und Abhängigkeit. Doch Deutschland kümmert sich viel zu wenig um die Ärmsten der Armen", sagte CBM-Vorstand Rainer Brockhaus.

Seit zwei Jahren kündige das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) eine Inklusionsstrategie an, so die CBM. Sie solle einen Aktionsplan ersetzen, der die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention in der Entwicklungszusammenarbeit regelte. Der Aktionsplan ist Ende 2017 ausgelaufen, die Vorstellung der Inklusionsstrategie war für den diesjährigen 3. Dezember vorgesehen. Die Präsentation finde an diesem Tag jedoch nicht statt; auch ein Ersatztermin sei nicht bekannt.

"800 Millionen Menschen mit Behinderungen in Entwicklungsländern warten seit Jahren darauf, dass Worten endlich Taten folgen", mahnte Brockhaus. "Statt einer Hinhaltetaktik brauchen sie konkrete Schritte der Bundesregierung zur Verwirklichung von Inklusion."

Im vergangenen Jahr gab es nach Angaben der CBM insgesamt mehr als 4.100 staatliche Projekte der Entwicklungszusammenarbeit. Darunter seien 42 inklusive Modellprojekte gewesen. Das entsprecht einem Anteil von gerade einmal etwas über einem Prozent. In der deutschen Entwicklungszusammenarbeit seien inklusive Projekte deshalb lediglich punktuelle Einzelmaßnahmen.

Aus Sicht der CBM reicht das nicht. "Statt einiger weniger Vorzeigeprojekte fordern wir verbindliche Vorgaben, wie behinderte Menschen in allen deutschen Projekten der Entwicklungszusammenarbeit berücksichtigt werden sollen. Dazu gehören neben überprüfbaren inhaltlichen Zielen auch die entsprechenden finanziellen Mittel und ausreichend Personal", erklärte Brockhaus. "Nur so kann die Bundesregierung dazu beitragen, dass sich das Leben von Menschen mit Behinderungen weltweit dauerhaft verbessert."

Quelle: www.cbm.de 


Back to Top
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok