fairtrade Köln. - Beim Schutz der Menschenrechte rücken vor allem Unternehmen immer stärker in den Fokus der Verantwortung. Darauf hat die Siegelinitiative TransFair in Köln hingewiesen. "Der Schutz der Menschenrechte hängt mittlerweile wesentlich vom Handeln multinationaler Unternehmen ab. Aber es fehlen rechtliche Sanktionen für Firmen, die Menschenrechtsverletzungen entlang ihrer Lieferkette zulassen. Deutschland ist Schlusslicht im internationalen Vergleich", sagte TransFair-Vorstandsvorsitzender Dieter Overath.

Staaten wie Großbritannien oder Frankreich hätten bereits verbindliche Gesetze zur Sorgfaltspflicht von Unternehmen, erklärte TransFair. Deutschland bleibe mit seinem Nationalen Aktionsplan dagegen hinter den Erwartungen zurück.

Ein Großteil der Firmen lebt vom Handel mit Waren des globalen Südens oder hat die Produktion an kostengünstige Standorte im Ausland verlagert. Dabei würden viele Unternehmen menschenrechtlichen Risiken entlang der Wertschöpfungskette zu wenig Aufmerksamkeit schenken, so TransFair. "Durch die Zertifizierung der Akteure entlang der Lieferketten leistet Fairtrade gemeinsam mit Lizenz- und Handelspartnern einen Beitrag zu mehr Transparenz, was die Voraussetzung zur Einhaltung von Menschenrechten ist. Aber weniger engagierte Unternehmen untergraben diese Bemühungen häufig, indem sie sich durch Billigproduktion und Lohndumping höhere Marktanteile sichern", erklärt Dieter Overath. Aus diesem Grund brauche es dringend verbindliche Gesetze, die Fehlerverhalten der Unternehmen bestrafen und den fairen Handel fördern.

Kleinbauern gehörten zu den Schutzbedürftigsten des globalen Handels, so TransFair: Bis 2060 werde allein im Bananenbau ein Flächenverlust von 60 Prozent erwartet. Schuld daran sei unter anderem der von den Industriestaaten verursachte Klimawandel, aber auch Preisdumping entlang der Lieferkette, Landflucht und fehlende Zukunftschancen in der Landwirtschaft verschärften die Situation der Kleinbauern.

"In einer von Konkurrenzdenken beherrschten Welt, setzt Fairtrade auf Dialog, Nachhaltigkeit und Empowerment", beschreibt Diomedes Rodriguez, Mitglied der Kakao- und Bananenkooperative in Panama, den Ansatz von Fairtrade. Weil Fairness klare Spielregeln brauche, müsse die Politik aktiv werden und verbindliche Gesetze für Handel sowie Menschenrechte schaffen.

Um gerade Kleinbauern auch per Gesetz besser zu schützen, hatten die Vereinten Nationen erst im November dieses Jahres eine Erklärung zur Stärkung der Bauernrechte im Menschenrechtsrat mit großer Mehrheit verabschiedet. Trotz der Aufforderung von TransFair und vielen weiteren NGOs für die Erklärung zu stimmen, enthielt sich Deutschland bei der Abstimmung.

Quelle: www.fairtrade-deutschland.de 


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