brot fdwBerlin. - Der UN-Migrationspakt ist am Montag von der internationalen Staatengemeinschaft auf einer Konferenz in Marrakesch (Marokko) verabschiedet worden. Für Brot für die Welt ist der Pakt ein wichtiges Signal für die Rechte von Migrantinnen und Migranten. Er betone die Notwendigkeit von internationaler Zusammenarbeit in der Migrationspolitik, erklärte das evangelische Hilfswerk am Montag in Berlin.

"Die Verabschiedung des Migrationspakts ist ein wichtiges Signal, wichtiger jedoch ist nun die konkrete Umsetzung", sagte Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin von Brot für die Welt. "Dabei sollte besonders auch der Schutz der Migranten und Migrantinnen gestärkt werden, also die Bekämpfung von schwerer Arbeitsausbeutung oder Diskriminierung von Migrantinnen und Migranten. Hier hat auch Deutschland noch Hausaufgaben zu machen. Der UN-Migrationspakt ist eine Chance, Migranten und besonders Migrantinnen vor dem internationalen organisierten Verbrechen zu schützen – und diesem dadurch das Geschäft zu erschweren. Daran sollten alle Politiker ein vitales Interesse haben."

Bedauerlich sei, dass einige Kritiker den UN-Migrationspakt zu einer Entscheidung für oder gegen Migration und damit gegen Migranten aufgebauscht hätten. "Dabei ist Migration gesellschaftliche Normalität. Die entscheidende Frage ist: Wollen wir Migration politisch zum Wohle aller gestalten oder überlassen wir sie weiterhin dem Chaos und dem organisierten Verbrechen - auf Kosten der Menschen, der Entwicklung in den Herkunftsländern und der Demokratie und Wirtschaft in den Aufnahmeländern? Migration leistet de facto einen positiven Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung – die Rücküberweisungen der Migrantinnen und Migranten in ihre Heimat übertreffen bei Weitem die staatlichen Entwicklungsmittel internationaler Geber", so Füllkrug-Weitzel.

Dazu bedürfe es allerdings einer planvollen Migrationspolitik, gemeinsamer politischer Leitlinien und zwischenstaatlicher Kooperation. "Der Migrationspakt weist in die richtige Richtung. Er trägt auch den Zielen für eine nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen Rechnung, die ausdrücklich die Bedeutung einer gut gesteuerten Migration für den notwendigen sozialen Ausgleich in einer von Ungleichheit geprägten Welt hervorheben", erklärte Füllkrug-Weitzel.

Mit ihrer Zustimmung bekräftigen die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen, dass sie grundlegende Rechte von Migranten anerkennen und sich gemeinsam dafür einsetzen wollen, die Ursachen für erzwungene Migration anzugehen. Damit könne der Migrationspakt dazu beitragen, dass Migration sicher und in regulären Bahnen stattfindet, so Brot für die Welt. So verringere er die Gefahr für Migrantinnen und Migranten, Opfer von Menschenhandel und Formen schwerer Arbeitsausbeutung zu werden. Das völkerrechtlich nicht bindende Dokument stellt faktisch eine Absichtserklärung dar, die Herausforderungen für Migrantinnen und Migranten sowie für Herkunfts-, Transit- und Zielländer gemeinsam anzugehen.

Quelle: www.brot-fuer-die-welt.de 


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