BEHPotsdam (epo). - Die Schriftenreihe "Brandenburgische Entwicklungspolitische Hefte" wird mit den eben erschienen Ausgaben 49 und 50 eingestellt. Damit ende die 13jährige Geschichte einer angesehenen und deutschlandweit einzigartigen Schriftenreihe, erklärte Alexander Engels für den herausgebenden Verein Entwicklung & Umwelt e.V. Potsdam. "Es ist ein schmerzhafter Schnitt für die entwicklungspolitische Szene Brandenburgs, aber in rein ehrenamtlicher Arbeit sind der Fortbestand und ein regelmäßiges Erscheinen der BEH nicht zu sichern."

Die Schriftenreihe BEH hatte die entwicklungspolitischen Aktivitäten im Land Brandenburg seit 1992 dokumentiert und kommentiert. Einerseits wurde die Tätigkeit vieler Eine-Welt-Gruppen im In- und Ausland begleitet und öffentlich gemacht. Andererseits begleiteten die BEH sehr kritisch die entwicklungspolitischen Aktivitäten von Landtag, Landesregierung und Kommunen.

Letzteres behalte die Schriftenreihe in den letzten nun erscheinenden Ausgaben bei, so Engels. BEH 49 "Die Millenniumsziele sind auch Ländersache ? Beiträge aus Brandenburg" untersucht, inwiefern die konkreten Entwicklungsziele, die von den Vereinten Nationen für das Jahr 2015 global gesetzt wurden, eine Umsetzung in Brandenburg erfahren. Zu diesen Zielen zählen beispielsweise die Halbierung der Zahl der Menschen in absoluter Armut, die Garantie einer Grundschulausbildung für alle Kinder oder die Bildung globaler Entwicklungspartnerschaften.

Wenn auf globaler Ebene die bisherige Bilanz schon enttäuschend sei, so sei sie für Brandenburg gerade zu erschreckend, heißt es in dem Heft. Im Gegensatz zu den Aktivitäten in Vereinen, Initiativen, und Eine-Welt-Läden hätten die Millenniumsziele auf landespolitischer Ebene noch immer keinen Einzug in die Arbeit von Parlament und Regierung gefunden. "Vielfach ist ihre Existenz in den Ministerien nicht einmal bekannt."

BEH 50 "10 Jahre Verbund entwicklungspolitischer Nichtregierungsorganisationen Brandenburgs (VENROB)" ist ein Jubiläumsheft. VENROB prägt als freiwilliger Zusammenschluss und Netzwerk von Vereinen, Gruppen und Institutionen, die entwicklungspolitische Szene Brandenburgs seit 1995 und zählt bundesweit trotz knapper Finanzmittel zu den aktivsten Landesnetzwerken.

"Die so genannte Dritte Welt darf uns nicht aus dem Blickfeld geraten. Sie liegt - heute vielleicht mehr denn je - gleichsam vor unserer Haustür", schreibt Ministerpräsident Matthias Platzeck in seinem Grußwort. "Das ist Ehrenamtsarbeit im besten Sinne des Wortes."

"Mit BEH 50 findet die Schriftenreihe ein Ende, dass ihrem Status würdig ist", erklärten die Herausgeber. Einige ihrer Inhalte sollen insbesondere seitens des Landesnetzwerkes VENROB künftig in anderer Form erhalten bleiben. Die aktuellen ebenso wie ältere Ausgaben der BEH sind erhältlich bei:

? Entwicklung & Umwelt e.V. Potsdam


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