wvFriedrichsdorf. - Die täglich zu Tausenden aus Venezuela fliehenden Kinder sind zunehmend von Menschenhandel und Gewalt bedroht. Um sie zu schützen und die aufnehmenden Länder bei der Integration verarmter Familien zu unterstützen, hat World Vision das multinationale Hilfsprogramm "Hoffnung ohne Grenzen" gestartet. Es orientiert sich an dem regionalen Plan der Vereinten Nationen für 16 Länder. Die Vereinten Nationen hatten die Fluchtbewegungen aus Venezuela als größte Migrationskrise der westlichen Welt bezeichnet.

"Die Krise wird voraussichtlich 2019 an Intensität zunehmen, da Tausende Verzweifelte Venezuela verlassen", erklärte Joao Diniz, Regionaldirektor für die lateinamerikanischen Länder und die Karibik bei World Vision. "Es ist derzeit nicht abzusehen, dass sich die soziale, wirtschaftliche und politische Lage in dem südamerikanischen Land verbessert. Viele Venezulaner sind in den Nachbarländern auf der Suche nach Sicherheit und besseren Lebensbedingungen für sich und ihre Kinder."

Viele Kinder kämen jetzt hungrig und krank in den Nachbarländern an, anders als zu Beginn der Venezuela-Krise, berichtete Diniz. In ihrer Heimat seien sie – unter anderem wegen einer Hyperinflation – medizinisch katastrophal schlecht versorgt und hätten kaum noch Zugang zu Nahrung und zu Bildung. Auch seien sie mit Gewalt und Repressionen konfrontiert.

Das World Vision-Hilfsprogramm unterstützt gezielt besonders bedrohte und notleidende Kinder, die allein oder mit ihren Familien nach Kolumbien, Brasilien, Ecuador und Peru kommen. Besonders grenznahe Kommunen wie Paracaima und Boa Vista in Brasilien, wo im Durchschnitt 400 bis 500 neu eintreffende Flüchtlinge pro Tag untergebracht werden müssen, melden wachsende Versorgungsprobleme und teilweise gewalttätige Ausschreitungen oder Proteste.

In Kolumbiens Grenzregionen treffen die Migranten auf gewaltbereite, illegale bewaffnete Gruppen und Schmuggler. Jedoch auch im Landesinnern wird mehr Hilfe und Schutz benötigt, da viele Familien aus Venezuela ohne Lebensunterhalt und Perspektive durch das Land und die Region wandern – oft aus Mangel an Geld oder gültigen Ausweispapieren sogar zu Fuß. Betroffen von der Krise sind außerdem bereits unter Armut und Unsicherheit leidende indigene Gemeinschaften und kolumbianische Rückkehrer.

World Vision koordiniert in den genannten Ländern seine Hilfsmaßnahmen mit anderen Hilfsorganisationen und stimmt diese mit den jeweiligen Regierungen ab. Etwa 71.000 Flüchtlinge wurden in Zusammenarbeit mit Partnern bisher unterstützt, und das multinationale Hilfsprogramm soll in drei Bereichen weitere Unterstützung leisten: Notfallhilfe, Kinderschutz sowie soziale, wirtschaftliche und kulturelle Integration.

Die regionale Zusammenarbeit erleichtert Anpassungen der Hilfen an Wanderbewegungen der Migranten und wechselnde Bedürfnisse. Internationale Unterstützung sei aber notwendig, um den wachsenden Bedarf an Ressourcen zu decken, sagte Joao Diniz. "Diejenigen von uns, die in Sicherheit und Stabilität leben, müssen erkennen, dass Migration oft eine schreckliche Erfahrung ist, die Kindern eine sichere, glückliche und gesunde Kindheit vorenthält. World Vision wird weiterhin daran arbeiten, das Leben dieser Kinder zu verbessern. Sie verdienen bessere Chancen, damit sie als Erwachsene ein erfülltes Leben führen können. Gleichgültigkeit ist keine Option."

Quelle: www.worldvision.de 


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