gfbvGöttingen. - Kurz vor Beginn der Friedensgespräche für die Zentralafrikanische Republik sind bei einem Überfall einer Miliz von Peul-Nomaden auf ein Dorf im Westen des Landes 13 Menschen getötet worden. Das hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am Mittwoch berichtet. Eines der Opfer ist ein Pastor. Der Überfall ereignete sich am Sonntag.

Die Friedensgespräche zwischen 14 Rebellen-Bewegungen und der zentralafrikanischen Regierung sollen - vermittelt von der Afrikanischen Union - am Donnerstag in der sudanischen Hauptstadt Khartum beginnen.

"Auf keinen Fall darf es eine Amnestie für begangene Verbrechen geben. Denn ohne ein Ende von Straflosigkeit wird es auch keinen dauerhaften Frieden geben", forderte GfbV-Delius Ulrich Delius in Göttingen. Er erinnerte daran, dass erst im November 2018 bei einem Massaker in Alindao rund 100 Menschen getötet wurden, unter ihnen 70 Zivilisten. Bis heute seien die Verantwortlichen für die Gewalt nicht zur Rechenschaft gezogen worden. Das Massaker sei noch nicht einmal umfassend von unabhängiger Seite untersucht worden.

"Wir bedauern, dass die Zivilgesellschaft bei der Suche nach Frieden nicht berücksichtigt wird, sondern nur kämpfende Bewegungen am Verhandlungstisch sitzen", kritisierte Delius. Er sieht unter diesen Umständen keine großen Chancen für einen landesweiten Frieden. "Sieben Friedensabkommen sind seit dem Ausbruch des Bürgerkrieges im Jahr 2013 gescheitert. Es wäre gut, lokale Bemühungen vor allem der katholischen Kirche und muslimischer Geistlicher zu unterstützen, um die Befriedung des Landes voranzutreiben." Bewaffnete Rebellen kontrollieren inzwischen rund 80 Prozent des Staatsgebietes.

Außerdem kritisierte der Menschenrechtler, dass der Sudan sich nur bedingt für Friedensgespräche eigne, weil das Land eines der Hauptlieferanten für Waffen der Rebellenbewegungen in der Zentralafrikanischen Republik sei und sich nicht politisch neutral verhalte. Auch stehe es Russland nahe, das systematisch versuche, seinen politischen und militärischen Einfluss in der Zentralafrikanischen Republik auszubauen. Rund 300 russische Militärberater bildeten die Armee des Landes aus und russische Söldner unterstützten die Regierung im Kampf gegen Rebellen. Russland wolle so den Einfluss Frankreichs in Zentralafrika mindern und sich den Zugriff auf lukrative Diamanten-Vorkommen sichern.

Quelle: www.gfbv.de 


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