dsw Hannover. - Eine zukunftsfähige, menschenrechtsbasierte Bevölkerungspolitik bedarf einer weltweiten Durchsetzung sexueller und reproduktiver Selbstbestimmung sowie der Gleichstellung der Geschlechter. Doch davon sind wir trotz aller in der Vergangenheit erzielten Erfolge noch weit entfernt. Zu diesem Schluss kommt der diesjährige Weltbevölkerungsbericht, den der UN-Bevölkerungsfonds UNFPA unter dem Titel "Unfinished business – Reproduktive Rechte und Entscheidungsfreiheit FÜR ALLE" jetzt veröffentlicht hat.

"Universeller Zugang zu sexueller und reproduktiver Gesundheit und Rechten – insbesondere für Mädchen, Frauen und Jugendliche – ist entscheidend für die Erreichung der in der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung formulierten Ziele", erklärte UNFPA-Exekutivdirektorin Natalia Kanem. Diese Überzeugung stand bereits im Zentrum der Kairoer Weltbevölkerungskonferenz 1994, auf der erstmals Bevölkerungs-, Entwicklungs- und Frauenrechtspolitik verbunden wurden.

Noch immer sind zentrale Aspekte sexueller und reproduktiver Gesundheit und Rechte wie umfassende sexuelle Aufklärung und Zugang zu zuverlässigen Verhütungsmitteln, Informationen und Dienstleistungen durch politische, ökonomische und soziale Umstände sowie durch kulturelle Normen beeinträchtigt. Insbesondere die fehlende Geschlechtergerechtigkeit, Gender-Normen und deren Auswirkungen auf zwischenmenschliche Beziehungen stehen der Umsetzung des Kairoer Aktionsprogrammes im Wege. Geschätzte 214 Millionen Frauen und Mädchen weltweit haben heute noch immer keinen Zugang zu modernen Verhütungsmitteln – das ist jede vierte Frau im gebärfähigen Alter in Entwicklungsländern.

"Es ist höchste Zeit, die Themen von Kairo noch stärker in die aktuellen Entwicklungs-Strategien zu integrieren", sagte Renate Bähr, Geschäftsführerin der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW). "Ein Engagement für eine globale nachhaltige Entwicklung kann nur gelingen, wenn die sexuellen und reproduktiven Rechte und die Entscheidungsfreiheit aller Menschen umgesetzt werden. Dafür müssen vor allem der universelle Zugang zu Verhütungsmitteln ermöglicht, die Versorgung bei Schwangerschaft und Geburt gewährleistet sowie Aufklärung und Bildung für junge Menschen deutlich verbessert werden."

Regionale und globale Allianzen zivilgesellschaftlicher und staatlicher Organisationen stellen sich mit UNFPA hinter das Kairoer Aktionsprogramm. Sie arbeiten gemeinsam daran, eine menschenrechts­basierte Bevölkerungsentwicklung zu ermöglichen. Diese Bemühungen müssten intensiviert werden, damit alle Jugendlichen aufgeklärt, alle Schwangerschaften gewollt und alle Geburten sicher sind, so die DSW.

=> www.dsw.org/weltbevoelkerungsbericht 

Quelle: www.dsw.org 


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