bmz 100Berlin. - Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hat die neuen Exportregeln des Basler Abkommens für Plastikmüll begrüßt und ein Exportverbot aus der EU nach Afrika und Asien gefordert. Die neuen Exportregeln seien ein wichtiger Schritt, den internationalen Mülltourismus zu begrenzen, erklärte Müller. Schätzungen zufolge wird sich der Plastikmüll in den Meeren bis 2050 verzehnfachen.

Die Europäische Union müsse das jetzt mögliche Exportverbot von Plastikmüll nach Afrika und Asien während der deutschen EU-Ratspräsidentschaft im nächsten Jahr umsetzen, forderte Müller. Die Entwicklungsländer dürften "nicht weiter Müllhalde für unseren Wohlstandsmüll" sein.

"Wir müssen die Entwicklungsländer auch bei der Abfallentsorgung und beim Recycling unterstützen", betonte Müller. "Einen wichtigen Schritt hat das Entwicklungsministerium dazu getan und die internationale Abfallallianz PREVENT gegründet. 30 Organisationen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Zivilgesellschaft sowie Indonesien und Ghana machen seit dieser Woche mit. Gemeinsam bringen wir das Wissen und die Technologie der Mitglieder in Entwicklungsländer für neue Projekte zur Abfallentsorgung und Recycling."

Am Ende könnten aber nur dann richtige Fortschritte erzielt werden, wenn deutlich weniger Plastik in Umlauf kommt, sagte Müller. "Das Verbot von Einweg-Plastiktüten wäre ein Anfang. Eine Plastiktüte benutzen wir circa 20 Minuten. Zum Verrotten braucht sie aber hunderte von Jahren – und dann ist sie noch nicht weg, sondern besonders problematisches Mikroplastik. In Deutschland verwenden wir weiterhin 2,4 Milliarden Plastiktüten im Jahr. Viele gelangen auch über Müllexporte in Entwicklungsländer."

Der Plastikmüll in den Meeren werde sich bis 2050 verzehnfachen, mahnte Müller. Bis 2050 könnte mehr Plastik als Fisch in den Weltmeeren schwimmen. "Das sind Hiobsbotschaften für fast 1 Milliarde Menschen, die entlang der Küsten auch von den Meeren leben. Über 50 Länder haben Plastiktüten bereits verboten. Fast 30 davon in Afrika. Damit kommt weniger Plastik in Umlauf, das ist ein Anfang. Was Ruanda, Kenia und Uganda können, müssen doch auch wir schaffen. Warum warten wir hier weiter?"

Quelle: www.bmz.de 


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