savethechildrenBerlin. - 100 Jahre nach der Gründung von Save the Children hat sich für Kinder viel zum Positiven verändert, aber noch immer hat jedes vierte Kind keine Kindheit. Das belegt der Bericht "Meilensteine für Kinder", den die Kinderrechtsorganisation anlässlich des internationalen Kindertages (1. Juni) veröffentlicht hat. Im Bericht wird die Situation von Mädchen und Jungen in 176 Ländern bewertet. Deutschland liegt in der Rangliste hinter Slowenien auf Platz 6, Platz 1 belegt Singapur. Schlusslichter sind Niger, Tschad und die Zentralafrikanische Republik.

Mindestens 280 Millionen Kinder weltweit haben ein besseres Leben als im Jahr 2000. Sie wachsen gesünder und sicherer auf, haben Zugang zu Bildung, ausreichend Nahrung und sind vor Kinderrechtsverletzungen wie Kinderarbeit oder Frühverheiratung geschützt. Das sei einem veränderten politischen Willen zu verdanken, aber auch sozialen Investitionen und der Umsetzung der UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs), so Save the Children. Aber noch immer werde jedes vierte Kind auf der Erde seiner Kindheit beraubt.

"Jedes Kind hat das Recht auf eine Kindheit", betonte Susanna Krüger, Vorstandsvorsitzende von Save the Children. "Regierungen dürfen nicht tatenlos zusehen, wenn Kinder arbeiten müssen, durch behandelbare Krankheiten wie Lungenentzündung sterben oder Mädchen schwanger werden. Zwar geht es Kindern heute besser als vor 20 Jahren – aber wir dürfen uns nicht auf den Fortschritten ausruhen. Noch immer haben 690 Millionen Kinder keine Kindheit."

In dem jährlich erscheinenden Childhood Index listet Save the Children sogenannte "Kindheitszerstörer" auf. Das sind zum Beispiel Frühverheiratung, Frühschwangerschaften, Ausschluss von Bildung sowie Krankheit, Mangelernährung und Tod durch Gewalt. Im Jahr 2000 waren 970 Millionen Kinder weltweit davon betroffen, heute sind es noch 690 Millionen. Ein Fünftel davon wurde getötet, die übrigen 545 Millionen wurden ihrer Kindheit beraubt.

Am schlechtesten geht es Kindern in Konfliktzonen: Geschätzt 420 Millionen Kinder sind davon betroffen, das sind doppelt so viele wie 1995. Konfliktländer haben die höchste Kindersterblichkeitsrate, einen überproportionalen Anteil unterentwickelter Kinder und eine steigende Anzahl von Kindern, die nicht zur Schule gehen. Auch Frühverheiratung und Kinderarbeit kommen in Ländern wie Syrien oder Jemen überproportional häufig vor. Entsprechend ist Vertreibung der einzige "Kindheitszerstörer", der seit dem Jahr 2000 zugenommen hat: Fast 31 Millionen Kinder sind heute davon betroffen, das ist ein Anstieg um 80% in den vergangenen zwei Jahrzehnten.

Einige der ärmsten Länder der Welt zeigen die größten Fortschritte.
25 Jahre nach dem Genozid in Ruanda ist die Sterblichkeitsrate der Kinder unter 5 Jahren um 79% gesunken. Ruanda hat seit dem Jahr 2000 außerdem die Quoten bei Kinderarbeit, Teenagerschwangerschaften und Kindsmorden halbiert.
Sierra Leone hat die Zahl der Kinder, die gewaltsam vertrieben werden, um 99% reduziert: 2000 war es noch eines von 5 Kindern, heute ist es nur noch eines von 700.
In Äthiopien gebären 41% weniger Teenager Kinder, 33% weniger Kinder sind unterentwickelt und 30% weniger Kinder werden ermordet.
Obwohl Kinder im Niger nach wie vor sehr schlechte Lebenschancen haben, hat das Land relativ gesehen die größten Fortschritte von allen Ländern des Index gemacht: So ist z.B. die Kindersterblichkeitsrate der unter 5-Jährigen um 62% gesunken.

"Dass sich die Lage für Kinder insgesamt verbessert hat, ist auch der Verdienst unserer Gründerin Eglantyne Jebb", sagte Susanna Krüger. "Nach dem Ersten Weltkrieg schuf sie eine Lobby für Kinder und brachte die Grundlage für die UN-Kinderrechtskonvention zu Papier. Im Sinne Eglantyne Jebbs fordern wir im 100. Jubiläumsjahr von Save the Children und 30 Jahre nach der Verabschiedung der Kinderrechtskonvention: 'Kein Krieg gegen Kinder'."

Quelle: www.savethechildren.de 


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