caritasFreiburg. - Der Deutsche Caritasverband mit seinem Hilfswerk Caritas international hat vor den Auswirkungen einer weltweiten Aufrüstungsspirale gewarnt. "Es ist nicht nachzuvollziehen, wenn auf weltpolitischer Ebene davon geredet wird, Fluchtursachen bekämpfen zu wollen, während parallel dazu die Armeen hochgerüstet werden", sagte Caritas-Präsident Peter Neher bei der Vorstellung des Jahresberichts von Caritas international in Freiburg.

"Es gibt viele Beispiele, die zeigen, dass höhere Militärausgaben die humanitäre Situation in vielen Teilen der Welt keinesfalls verbessert haben", sagte Neher. Sinnvoll sei hingegen ein stärkeres Engagement der internationalen Gemeinschaft bei der Finanzierung der Friedensmissionen der Vereinten Nationen. Von der deutschen Bundesregierung forderte er, das "Zwei-Prozent-Ziel" der Nato offen zur Diskussion zu stellen.

Mit Blick auf die aktuelle Situation in Syrien betonte der Leiter von Caritas international, Oliver Müller, dass das Hilfswerk in dem Land künftig auch Wiederaufbauhilfe leisten will. "Je länger der Krieg dauert, desto deutlicher wird, dass reine Nothilfe nicht mehr ausreicht", erklärte Müller.

Die Bundesregierung hat die Unterstützung des Wiederaufbaus an die Bedingung geknüpft, dass zuvor ein politischer Prozess in Syrien auf den Weg gebracht werden muss. "Diese Forderung ist aus politischer Sicht verständlich. Aus humanitärer Sicht wäre es aber fatal, der unschuldig leidenden Zivilbevölkerung solange die dringend benötigte Hilfe zu verwehren, bis Machthaber Assad zu Verhandlungen bereit ist", sagte Müller.

Der Deutsche Caritasverband stellte die Bilanz für sein Hilfswerk Caritas international für das vergangene Jahr vor: ein Rekordjahr für das Hilfswerk. So fiel die Summe der geleisteten Hilfen mit 81,08 Millionen Euro so hoch wie nie zuvor aus. Am meisten Spenden gingen im Jahr 2018 mit rund 4,8 Mio. Euro für die Unterstützung der Opfer des Erdbebens und Tsunamis im indonesischen Sulawesi ein.

Quelle: www.caritas-international.de 


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