rog logo Berlin. - In den ersten sieben Monaten des Jahres 2019 sind in Mexiko mindestens acht Journalistinnen und Journalisten wegen ihrer Arbeit ermordet worden - mehr als in jedem anderen Land der Welt. Das letzte Opfer war Rogelio Barragán Pérez, Leiter des Nachrichtenportals Guerrero Al Instante, der am Dienstag im Bundesstaat Morelos tot aufgefunden wurde. Bereits vor dem Mord an Barragán Pérez hatte sich jeder vierte Todesfall von Medienschaffenden weltweit – 7 der 28 von Reporter ohne Grenzen (ROG) dokumentierten Fälle – in diesem Jahr in Mexiko ereignet.

"Die Ermittlungsbehörden müssen unverzüglich der These nachgehen, dass Rogelio Barragán Pérez wegen seiner journalistischen Arbeit ermordet wurde. Nur so können die Verantwortlichen schnell gefunden und der Fall, anders als so viele andere in Mexiko, aufgeklärt werden", erklärte ROG-Vorstandssprecher Michael Rediske. "Die Situation für Medienschaffende in Mexiko wird immer gefährlicher, trotz der Versprechen von Präsident Andrés Manuel López Obrador und seiner Regierung, Journalistinnen und Journalisten zu schützen. Die Verantwortlichen müssen alles tun, um diese Spirale der Gewalt endlich aufzuhalten."

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft in Morelos wurde Barragáns Leiche am Dienstagabend Ortszeit in der Kleinstadt Zacatepec im Kofferraum seines Autos gefunden. Er hatte zahlreiche Verletzungen am Kopf und im Gesicht. Der 49 Jahre alte Journalist hatte seit zehn Jahren in Chilpancingo, der Hauptstadt des benachbarten Bundesstaates Guerrero, gearbeitet, zunächst für die Lokalmedien Ecos de Guerrero und Agencia Informativa Guerrero. Anschließend gründete er seine eigene Nachrichtenwebseite, Guerrero Al Instante, und schrieb vor allem über Verbrechen. Seine Kollegen berichteten Reporter ohne Grenzen, dass er seine Artikel zuletzt aus Sicherheitsgründen ohne Autorenzeile veröffentlicht hatte.

Jedes Jahr werden in Mexiko Journalistinnen und Journalisten ermordet, die über das organisierte Verbrechen, Drogen- und Menschenhandel, Korruption und die Verbindung von Politik und Verbrecherkartellen berichtet hatten. Allein bis zum 29. Juli dieses Jahres mussten Norma Garabia Sarduza, Francisco Romero Díaz, Telésforo Santiago Enríquez, Jesús Eugenio Ramos Rodríguez, Rafael Murúa Manríquez, Omar Iván Camacho Mascareño und Santiago Barroso wegen ihrer Arbeit sterben. Mehr als neun von zehn Journalistenmorden bleiben in Mexiko unaufgeklärt. Der seit 1. Dezember 2018 amtierende Präsident Andrés Manuel López Obrador und seine Regierung hatten mehrfach angekündigt, Journalistinnen und Journalisten künftig besser zu schützen.

Mexiko liegt auf der ROG-Rangliste der Pressefreiheit auf Platz 144 von 180 Staaten.

Quelle: www.reporter-ohne-grenzen.de 


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