fairtrade Berlin. - Unter dem Motto "Gleiche Chancen durch Fairen Handel" hat am Freitag die Faire Woche begonnen. Bis zum 27. September finden in ganz Deutschland Aktionen rund um den Fairen Handel statt. Schirmherr der Fairen Woche, die zum 18. Mal stattfindet, ist Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU). Die Faire Woche wird vom Forum Fairer Handel in Kooperation mit dem Weltladen-Dachverband und TransFair (Fairtrade Deutschland) veranstaltet.

Im Rahmen einer bundesweiten Rundreise berichten unter anderem Expertinnen aus Ghana, Honduras, Mexiko und Ruanda, wie der Faire Handel vor Ort für Geschlechtergerechtigkeit sorgt. Weltweit leisten Frauen den Großteil der Erwerbs- und Reproduktionsarbeit, werden aber in vielen Bereichen immer noch strukturell benachteiligt. Sie bekommen für die gleiche Arbeit weniger Lohn als Männer und sind seltener in Führungspositionen vertreten. Außerdem haben viele Frauen und Mädchen keinen Zugang zu wichtigen Ressourcen wie Bildung, Land, Krediten oder einem eigenen Einkommen.

So bleiben Frauen in einer Spirale der Armut gefangen – und ihr Umfeld gleich mit. "Ein Leben frei von Diskriminierung und Gewalt sowie gleiche Rechte für alle – Frauen und Männer, Mädchen und Jungen – sind unabdingbare Voraussetzungen für nachhaltige Entwicklung", betonte Entwicklungsminister Gerd Müller. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen könnte die Zahl der hungerleidenden Menschen um 150 Millionen reduziert werden, wenn Frauen im Agrarsektor die gleichen Rechte wie Männer hätten.

Die ungleiche Machtverteilung in konventionellen Lieferketten verhindert das Recht von Produzent*innen und Arbeiter*innen auf würdige Arbeitsbedingungen sowie faire und gleiche Bezahlung. Das betrifft insbesondere Frauen, die häufig am Anfang der Lieferkette stehen. "Sie sind es, die die Folgen der Preiskämpfe unter den Einzelhandelskonzernen sowie unseres Billigkonsums tragen", erklärte Andrea Fütterer, Vorstandsvorsitzende des Forums Fairer Handel im Namen der Veranstalter der Fairen Woche.

"Der Faire Handel ist ein Schlüssel, um die Gleichberechtigung der Geschlechter weltweit voranzubringen", erklärte Schirmherr Gerd Müller. "Darum ist es gut, dass die diesjährige Faire Woche mit einer Vielzahl von Veranstaltungen darauf aufmerksam macht, welchen Beitrag wir hier in Deutschland dazu leisten können." Gleichberechtigung zu fördern, zählt zu den internationalen Grundsätzen des Fairen Handels. Dieser verschafft Frauen einen Zugang zu Bildung, einen gerechten Lohn für ihre Arbeit und bezieht sie in Entscheidungsprozesse ein. Laut World Fair Trade Organization erreichen Frauen, die für ein Fair-Handels-Unternehmen tätig sind, mit viermal so hoher Wahrscheinlichkeit eine Position in der obersten Führungsebene als Frauen, die für konventionelle Unternehmen arbeiten.

Damit Frauen ihr volles Potenzial entfalten können, gilt es, die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen zu verändern, die Gleichberechtigung verhindern. Die Stärkung von Frauen kommt nicht nur ihnen selbst, sondern der Gemeinschaft zugute: Denn Frauen investieren ihr Einkommen vermehrt in das Wohl ihrer Familien, in Bildung und Gesundheit. Das bestätigt auch Patience Essibu vom Fair-Handels-Unternehmen "Global Mamas" aus Ghana: "Frauen in die Lage zu versetzen, finanziell unabhängig zu sein, leistet einen wichtigen Beitrag dazu, die Wirtschaft eines ganzen Landes zu stärken und Arbeitslosigkeit zu reduzieren." Die Gründerin des ghanaischen Textilunternehmens "Global Mamas" wird während der Fairen Woche durch Deutschland reisen. Auf verschiedenen Veranstaltungen wird sie davon berichten, wie Frauen durch "Global Mamas" unterstützt werden, eigene Kleinbetriebe aufzubauen oder ihr Potenzial als Angestellte zu entfalten.

Zur Eröffnung der Fairen Woche stellte TransFair die ersten Ergebnisse der Genderstudie vor, die von CIFOR (Center for International Forestry Research) im Auftrag von Fairtrade durchgeführt wurde. Die Studie untersucht, wie sich Fairer Handel auf die Gleichberechtigung der Geschlechter auswirkt und ob sich Gleichstellung über den Fairen Handel hinaus in der Gesellschaft verankern lässt. Die Studie wird noch im Herbst veröffentlicht.

=> www.fairewoche.de 

Quelle: www.fairtrade-deutschland.de 


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