bmz 100Berlin. - Der Weltklimarat (IPCC) hat am Mittwoch einen Sonderbericht zu den Auswirkungen der Erderwärmung auf die Weltmeere sowie die Schnee- und Eisflächen vorgelegt. Der Meeresspiegel steigt danach immer stärker an. Die Ozeane werden wärmer, schrumpfende Gletscher bedrohen die Trinkwasserversorgung. Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) sagte dazu, für die kleinen Inselstaaten und andere Entwicklungsländer sei der Klimawandel "längst zur nackten Überlebensfrage geworden".

"Der Weltklimarat sagt es ganz klar: der Klimawandel findet statt, wir müssen handeln", erklärte Entwicklungsminister Gerd Müller. "Für die kleinen Inselstaaten und andere Entwicklungsländer ist der Klimawandel längst zur nackten Überlebensfrage geworden. Selbst bei optimistischen Schätzungen müssen Inselstaaten und Küstenstädte in den nächsten Jahren regelmäßig mit extremen Wirbelstürmen und Überschwemmungen kämpfen. Bei einer Erderwärmung von zwei Grad Celsius wird der Meeresspiegel bis zum Jahr 2100 um einen Meter steigen. 700 Millionen Küstenbewohner könnten so ihre Existenzgrundlage verlieren. Und die Welt steuert sogar auf eine Erderwärmung von drei Grad Celsius zu. Die Auswirkungen wären dramatisch. Wir dürfen nicht warten bis immer mehr Dörfer überschwemmt werden."

Der Klimagipfel in New York sei ein Weckruf gewesen, betonte Müller: "Wir liegen beim weltweiten Klimaschutz zurück. Nur sieben Staaten sind derzeit auf Kurs, das Pariser Abkommen zu erfüllen. Wir müssen jetzt entschlossen die Treibhausgasemissionen verringern und in eine globale Energiewende und den weltweiten Tropenwaldschutz investieren. Und wir dürfen die Küstenbewohner nicht allein lassen; gerade die Ärmsten, wie in Bangladesch oder im Pazifik. Deswegen investieren wir in den Küstenschutz, vergrößern den Bestand an Mangroven um 20 Prozent, die vor Überschwemmungen schützen und besonders viel CO2 speichern. Und wir bauen Klimarisikoversicherungen für 500 Millionen Menschen aus, um sie gegen die Schäden abzusichern."

Der Bericht des Weltklimarates zeigt laut Müller, dass auch die Welternährung gefährdet ist: Das Abschmelzen der Gletscher, insbesondere im Himalaya, bedrohe die Trinkwasserversorgung von Hunderten Millionen Menschen. Durch die Erwärmung der Meere entstünden riesige sogenannte Todeszonen, in denen es keinen Sauerstoff gibt, was die Fischbestände verringere. Zudem seien fast alle Korallenriffe bereits akut bedroht, die für Jungfische besonders wichtig sind.

Erst im August hatte der Weltklimarat eindringlich gewarnt, dass sich die Landmassen bereits um 1,5 Grad Celsius erwärmt haben. Klimazonen verschieben sich. Dürren und Hitzewellen nehmen zu. Aus ehemals fruchtbaren Landschaften werden Wüsten. Eine halbe Milliarde Menschen leben in Gebieten, die davon betroffen sind. So wird es immer schwieriger, vor allem die in Afrika schnell wachsende Bevölkerung zu ernähren. 20 Millionen Menschen mussten in Afrika bereits aus Dürreregionen fliehen, weil sie ihre Lebensgrundlage verloren haben.

"Die Hauptleidtragenden sind die Menschen in den Entwicklungsländern, die am wenigsten zum Klimawandel beigetragen haben", betonte Müller. "Deswegen tragen die Industrieländer als Hauptverursacher eine besondere Verantwortung."

Das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) hat einen 10-Punkte-Aktionsplan "Meeresschutz und nachhaltige Fischerei" verabschiedet und schützt u.a. Küstenregionen weltweit mit der Aufforstung von Mangrovenwäldern und der Regeneration überfischter Bestände. Darüber hinaus investiert das BMZ 55 Millionen Euro in den Blue Action Fund, der u.a. Korallenriffe schützt. Auch Schweden und Frankreich unterstützen den Fonds.

Das BMZ baut zudem Klimarisikoversicherungen auf. Internationale Versicherungsunternehmen wie die MunichRe und AXA haben in New York fünf Milliarden US-Dollar für Risikokapital und Rückversicherungsgelder bereitgestellt. So können deutlich mehr Menschen gegen Schäden durch den Klimawandel versichert werden. Das ermögliche ihnen einen Neuanfang nach Naturkatastrophen, so das BMZ. So werde beispielsweise neues Saatgut oder eine neue Fischereiausrüstung finanziert und so das Überleben der Familien gesichert.

Quelle: www.bmz.de 


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