urgewald neuBerlin. - Trotz ihrer Klimaschutzversprechen unterstützt die Weltbank, die wichtigste Entwicklungsbank der Welt, weiterhin in großem Umfang fossile Industrien. Ein NGO-Bündnis will zusammen mit der US-Klimastreikbewegung am Freitag anlässlich der Weltbank-Jahrestagung vor der Zentrale der Bank in Washington dagegen protestieren. Die NGOs wollen einen Brief mit Forderungen an David Malpass, Präsident der Weltbankgruppe, übergeben.

Allein zwischen 2014 und 2018 hat die Weltbankgruppe die Ausbeutung und Entwicklung fossiler Brennstoffe in 45 Ländern unterstützt, entweder durch direkte Projektfinanzierung, durch entwicklungspolitische Gelder oder technische Hilfe, so die NGOs, darunter die deutsche Umweltorganisation urgewald. Dazu gehörten über 12 Milliarden US-Dollar an Projektmitteln für insgesamt 88 Vorhaben, bei denen fossile Brennstoffe gefördert werden. Darüber hinaus habe die Bank die Entwicklung fossiler Brennstoffe durch politische Programme in mindestens 28 Ländern unterstützt, darunter die Entwicklung von Kohlevorhaben in sechs Ländern.

Dies geht aus einer Datenanalyse hervor, die urgewald auf Basis öffentlich zugänglicher Informationen der Weltbank recherchiert und zur Frühjahrstagung im April dieses Jahres veröffentlicht hat.

Ute Koczy, Weltbank-Campaignerin bei urgewald, erklärte: "Die Weltbankgruppe muss großen Worten endlich Taten folgen lassen. Sie muss sämtliche Geldflüsse für fossile Energieträger beenden. Kohle, Öl und Gas sind klimafeindliche Geschäftsmodelle und ein No Go gerade für Entwicklungsbanken. Wir fordern von Anteilseignern wie Deutschland, auf das Management der Bank Einfluss zu nehmen und solche Geschäfte zu unterbinden."

Bei ihrer Jahrestagung in dieser Woche kann die Bank ein neues Kapitel aufschlagen. Gerade mächtige Mitgliedstaaten wie Deutschland sollten auf einen konsequenten Ausschluss klimaschädlicher Energieprojekte drängen, fordert eine breite NGO-Allianz von derzeit mehr als 50 Organisationen. Darüber hinaus solle die Bank ihre Investitionen in erneuerbare Energieträger erhöhen, insbesondere in Afrika südlich der Sahara und in Südasien, wo der Zugang zu Strom und klimaschonenden Kochanlagen nach wie vor gering ist.

Quelle: www.urgewald.org 


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