careBerlin. - Die Hilfsorganisation CARE hat am Dienstag ihren globalen Bericht "Suffering in Silence" veröffentlicht. Seit 2017 und damit im vierten Jahr listet CARE die zehn Krisen auf, die im vergangenen Jahr die wenigste internationale Medienberichterstattung erhielten. Neun der vergessenen humanitären Krisen fanden auf dem afrikanischen Kontinent statt. Nach Madagaskar auf Platz 1 folgen der Konflikt in der Zentralafrikanischen Republik auf Platz 2 und auf Platz 3 die Hungerkrise in Sambia.

"Wir beobachten seit Langem einen Zusammenhang zwischen der vom Menschen verursachten globalen Erwärmung und der Länge und Komplexität von humanitären Krisen", erklärte Karl-Otto Zentel, Generalsekretär von CARE Deutschland. "Obwohl das gesteigerte öffentliche Bewusstsein für die Klimakrise Mut macht, ist es gleichzeitig schockierend, wie wenig über ihre Auswirkungen im globalen Süden berichtet wird."

Mehr Berichterstattung liegt jedoch nicht nur in der Verantwortung der Medien: "Krisen, über die am wenigsten berichtet wird, sind oft auch diejenigen, die die geringste Finanzierung erhalten. Das müssen wir ändern", sagte Peter Felten, Leiter des Referats für Multilaterale Gestaltung der Humanitären Hilfe im Auswärtigen Amt. Dort wurde "Suffering in Silence" vorgestellt. "Es ist unsere Aufgabe, auch dorthin zu schauen, wo es keine Medienschlagzeilen und keine einfachen Antworten gibt. Als einer der größten Geber für humanitäre Hilfe weltweit ist sich Deutschland der Verantwortung bewusst, auch chronische und klimabedingte Krisen mit Nachdruck auf die Agenda zu bringen."

Laut den Vereinten Nationen werden im Jahr 2020 insgesamt rund 26 Milliarden Euro benötigt, um humanitäre Hilfe für knapp 109 Millionen Menschen, die in Krisenregionen weltweit leben, zu leisten.

Suffering in Silence – Top 10 der vergessenen Krisen:

1. Madagaskar – 2,6 Millionen Menschen leiden durch die klimatischen Veränderungen an Hunger

2. Zentralafrikanische Republik – Ein brutaler Konflikt im Herzen Afrikas: Etwa 2,6 Millionen Menschen brauchen dringend humanitäre Hilfe

3. Sambia – Wiederholt fallen Ernten aus. Etwa 2,3 Millionen Menschen brauchen dringend Nahrungsmittelhilfe

4. Burundi – 1,7 Millionen Menschen haben nicht genug Mittel, um ihre Familien zu ernähren

5. Eritrea – Schwere Dürre: Die Hälfte aller Kinder unter fünf Jahren leidet an Unterernährung

6. Nordkorea – Ein Land in Isolation: 10,9 Millionen Menschen benötigen humanitäre Hilfe

7. Kenia – Überschwemmungen und Dürren: Mehr als 1,1 Millionen Menschen hungern

8. Burkina Faso – Bewaffnete Konflikte und Gewalt: 5,2 Millionen Menschen sind betroffen

9. Äthiopien - Naturkatastrophen, Mangelernährung und Vertreibung: 7,9 Millionen Menschen haben zu wenig zu essen

10. Tschadsee-Region - Konflikte, Vertreibung und Hunger: 10 Millionen Menschen brauchen Hilfe


Quelle: www.care.de 


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