diakonieBerlin. - Gemeinsam mit Spanien richtet die Europäische Union am Dienstag eine Online-Geberkonferenz für venezolanische Flüchtlinge aus. An der Konferenz nehmen neben UN-Organisationen rund 40 Staaten teil. Die Präsidentin der Diakonie Katastrophenhilfe, Cornelia Füllkrug-Weitzel, mahnte rasches, entschiedenes und großzügiges Handeln der internationalen Gemeinschaft an, da die Notsituation der Venezolaner im Inland und in den Nachbarländern, wo sie Zuflucht gesucht haben, sich während der Corona-Pandemie täglich verschärfe.

"Aus keinem anderen Land – mit Ausnahme von Syrien – sind so viele Menschen geflohen wie aus Venezuela", sagte Cornelia Füllkrug-Weitzel. "Über vier Millionen Menschen suchen Schutz in den Nachbarländern, fast zwei Millionen allein in Kolumbien. Ein Großteil dieser Menschen ist nicht offiziell im Gastland registriert und hat weder Zugang zu staatlichen Diensten noch eine Arbeitserlaubnis. Dadurch haben die Flüchtlinge keine Möglichkeit, sich mit einem eigenen Einkommen selbst zu versorgen."

Wegen der Ausgangsbeschränkungen seien Notunterkünfte geschlossen worden. Auf der Straße seien Frauen aber noch stärker sexueller Gewalt ausgesetzt. Weil Gemeinschaftsküchen ebenso schließen mussten, hätten Hunderttausende ihre einzige Chance auf wenigstens eine Mahlzeit am Tag verloren.

"An der humanitären Krise in Venezuela hat sich nichts verändert, durch die Corona-Pandemie hat die Not der Menschen noch weiter zugenommen, betonte Füllkrug-Weitzel. "Sieben Millionen Menschen im Land brauchen dringend humanitäre Hilfe. Corona-bedingte Grenzschließungen verhindern nun auch die kleinen, aber überlebenswichtigen, selbstorganisierten Importe von Lebensmitteln und Medizin. Dem ohnehin überforderten Gesundheitssystem droht durch die Pandemie der endgültige Kollaps."

Die Vereinten Nationen beziffern die notwendige Hilfe auf 1,4 Milliarden US-Dollar. Dieser Bedarf ist aber bisher nur zu 6,5 Prozent finanziert. Es sei gut, dass die EU gemeinsam mit Spanien vorangehe und diese Geberkonferenz organisiert habe, sagte Füllkrug-Weitzel. "Die Hilfe muss die Menschen schnell erreichen: Essen und andere lebenswichtige Güter müssen direkt an sie verteilt werden. Um den Transport der Hilfsgüter zu ermöglichen, muss es zuerst einmal eine klare Verabredung zu humanitären Korridoren geben. Mittelfristig muss die Lebensmittelproduktion dezentraler organisiert werden. Den Menschen müssen ausreichend Saatgut und Werkzeuge zur Verfügung stehen, denn nur so haben sie Lebensmittel für den Eigenkonsum und können Überschüsse mit anderen tauschen."

Quelle: www.diakonie-katastrophenhilfe.de 


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