venro 200Berlin. - Der Verband Entwicklungspolitik und humanitäre Hilfe (VENRO) hat den Beschluss des Bundestages begrüßt, die Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit im Nachtragshaushalt für 2020 um 1,5 Milliarden Euro aufzustocken. "Die Bundesregierung muss die zusätzlichen Mittel nun klug investieren, um in den Ländern des globalen Südens die Gesundheitssysteme zu stärken und die Nahrungsmittelproduktion aufrechtzuerhalten", erklärte Bernd Bornhorst, Vorstandsvorsitzender von VENRO.

Die Pandemie trifft die Menschen im globalen Süden besonders hart. Die Gefahr sich anzustecken, ist dort drei Mal größer als in Europa. Unzureichende Hygienebedingungen, enge Wohn- und Arbeitsverhältnisse und mangelnde Testmöglichkeiten beschleunigen die Ausbreitung. "In vielen Ländern hat die Corona-Pandemie längst noch nicht ihren Höhepunkt erreicht", warnte Bornhorst. "Für sie ist eine schnelle finanzielle Unterstützung unerlässlich."

VENRO betonte, dass bei der Umsetzung der Maßnahmen das zivilgesellschaftliche Engagement stärker berücksichtigt werden müsse. "Zivilgesellschaftliche Organisationen übernehmen eine wichtige Brückenfunktion bei der Bekämpfung der Pandemie. Ihre Partnerorganisationen kennen die Bedarfe der Bevölkerung vor Ort am besten", erklärte Bornhorst. Finanzierungsengpässe seien jedoch bereits absehbar. Eine Umfrage unter den Mitgliedern von VENRO ergab, dass jede dritte Organisation einen Rückgang an Spenden verzeichnet. Sie benötigten daher dringend zusätzliche Mittel und eine flexible Förderung, um in der Krise weiter handlungsfähig zu bleiben.

"Gerade jetzt, da viele Regierungen die Pandemie als Vorwand nutzen, um demokratische Handlungsräume einzuschränken, ist die Stärkung der Zivilgesellschaft wichtiger denn je", betonte Bornhorst.

Quelle: www.venro.org 


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