tdh 200Osnabrück. - Das Kinderhilfswerk terre des hommes hat von Politik und Wirtschaft ein deutlich stärkeres Engagement gegen Sklaverei verlangt. Weltweit werden nach Angaben der Internationalen Arbeitsorganisation 40 Millionen Menschen als Sklaven ausgebeutet, darunter zehn Millionen Kinder. Sie würden verkauft, gegen ihren Willen festgehalten und gehandelt wie Gegenstände, kritisierte terre des hommes.

"Das Verbot von Sklaverei ist mit der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte 1948 als internationale Norm völkerrechtlich verankert. Dass es dennoch im 21. Jahrhundert Sklaven gibt, ist ein Skandal und einer der gravierendsten Verstöße gegen die Menschenrechte", sagte Birte Kötter, Vorstandssprecherin von terre des hommes.

Vor allem Frauen und Mädchen werden ausgebeutet: Sie schuften in privaten Haushalten und Fabriken, werden in die Prostitution gezwungen oder zwangsverheiratet. Mit Sklaverei werden weltweit jedes Jahr mehr als 150 Milliarden Dollar verdient. Auch in Deutschland steckt in vielen Produkten wie Textilien, Smartphones oder Schokolade Sklavenarbeit, so terre des hommes.

In Folge der Corona-Pandemie sind Millionen Menschen gefährdet: Geldverleiher und Menschenhändler nutzen die Not der Menschen aus. So berichteten terre des hommes-Partnerorganisationen aus Indien, dass Kinder die Schulden ihrer Eltern abarbeiten müssen, die oft zu Wucherzinsen einen Kredit aufgenommen haben, um ihre Familien ernähren zu können. Auf den Philippinen ist die Nachfrage nach Mädchen gestiegen, die sich vor der Webcam vor allem für Männer in aller Welt prostituieren.

Terre des hommes fordert, dass nationale Regierungen in ihren Corona-Hilfsprogrammen besonders die ärmsten Familien mit direkten Geldzahlungen unterstützen. Auch das längst überfällige, von der Bundesregierung nach wie vor nicht beschlossene Lieferkettengesetz sei ein wichtiges Instrument, um Sklaverei etwa im internationalen Handel mit Textilien zu unterbinden.

Quelle: www.tdh.de 


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