bmz 100Berlin. - Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hat anlässlich der internationalen Klimakonferenz "Austrian World Summit" in Wien für eine stärkere Zusammenarbeit der Europäischen Union mit Afrika geworben. Insbesondere sprach sich Müller für die Ausweitung des "EU Green Deal" auf Afrika und für die Produktion von Wasserstoff in Kooperation mit afrikanischen Ländern aus.

"Auch in der Pandemie dürfen wir die Klimakrise nicht aus dem Blick verlieren", mahnte Entwicklungsminister Müller. "Der Klimawandel ist die zentrale Überlebens- und Entwicklungsfrage der Menschheit: Wir messen das wärmste Jahrzehnt seit Beginn der Wetteraufzeichnung. Besonders für die Ärmsten und Schwächsten auf der Welt sind die Klimafolgen katastrophal."

Der Klimawandel entscheide sich in den Entwicklungs- und Schwellenländern, so Müller. Allein auf dem afrikanischen Kontinent lebten 600 Millionen Menschen ohne Elektrizität. Wenn sie alle zukünftig Kohlestrom erhielten, seien die Pariser Klimaziele nie zu erreichen.

"Wir wissen was zu tun ist, dann handeln wir doch auch!", erklärte Müller. "Und vermeiden wir dabei alte Investitionsfehler. Corona kann der Start aus der Klimakrise werden. Wir haben die Chance für eine Green Recovery, also einen klimaneutralen Wiederaufbau der Wirtschaft. Allerdings müssen wir schneller vorankommen: mehr CO2-Emissionen einsparen, neue CO2-Quellen vermeiden – gerade jetzt, wenn die Wirtschaft wieder anläuft – und klimaneutrales Wachstum fördern."

Deshalb müsse der Europäische Green Deal auf den afrikanischen Kontinent ausgeweitet werden, forderte der Entwicklungsminister. Mit Investitionen in saubere Energien und die Produktion von Wasserstoff zusammen mit afrikanischen Ländern könne Afrika zum grünen Kontinent der erneuerbaren Energien werden. Eine Investitions- und Innovationspartnerschaft mit Afrika müsse jetzt ein Schwerpunkt der europäischen Politik werden.

Wie klimaneutrales Investieren funktionieren kann, zeigt aus der Sicht Müllers die Green-Recovery-Initiative der Weltbank, die Reformen für den Klimaschutz in Entwicklungsländern vorantreibt. Deutschland unterstütze dieses wichtige Programm mit 20 Millionen Euro. Damit zeige Corona auch, was möglich ist, wenn die Weltgemeinschaft an einem Strang zieht. Nie sei so viel Aufbauhilfe mobilisiert worden. Die Pandemie könne so der Start aus der Klimakrise werden.

Quelle: www.bmz.de 


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