worldvisionFriedrichsdorf. - Am 9. Juli feiert der Südsudan seinen 10jährigen Unabhängigkeitstag. Aktuell hat das Land mit einer der schlimmsten humanitären Krisen seit Jahren zu kämpfen. Fast 70 Prozent der Bevölkerung des Südsudan benötigen dringend humanitäre Hilfe. Die Unterernährung insbesondere bei Kindern habe ein kritisches Niveau erreicht, berichtet die Hilfsorganisation World Vision.

Etwa 4,4 Millionen Kinder sind laut World Vision betroffen, etwa 1,4 Millionen von ihnen sind zum Teil schwer unterernährt. Auch komme es immer wieder zu schweren Kinderrechtsverletzungen.

Die Hungersnot ist eine Folge von Gewalt, Überschwemmungen, Dürren und COVID-19. World Vision rief dazu auf, schnell lebensrettende Hilfe zur Verfügung zu stellen. Besonders in den Bereichen Ernährungssicherheit und Existenzsicherung, Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene sowie Gesundheit werde mehr Unterstützung benötigt. In den Lagern für Binnenflüchtlinge fehle es an Unterkünften, Nahrungsmitteln, Dingen des täglichen Bedarfs, Hygienartikeln und -einrichtungen.

Das Land im Osten Afrikas steht weiterhin vor großen Herausforderungen. Dennoch äußern viele Kinder und Jugendliche große Erwartungen für eine gute Zukunft. "Der diesjährige Tag der Unabhängigkeit weckt Hoffnung und Vorfreude auf einen prosperierenden Südsudan. Allerdings brauchen wir ein verstärktes Engagement aller Verantwortlichen, Familien und Gemeinschaften, damit die Nation ihre Träume verwirklichen kann", sagte World Vision Landesdirektor Mesfin Loha.

Auch im Bereich Bildung gibt es noch viel zu tun. Nach einem Bericht des Südsudan Education Cluster benötigen etwa 3,4 Millionen Mädchen und Jungen zwischen drei und 17 Jahren eine Ausbildung. Mehr als 66.000 Lehrkräfte fehlen.

Laut Bericht der Vereinten Nationen über Südsudan kommt es auch immer wieder zu schweren Kinderrechtsverletzungen. Die Rekrutierung von Kindern als Kindersoldaten, Tötung und Verstümmelung, Vergewaltigung und andere Formen sexueller Gewalt gehört zu den sechs schweren Kinderrechtsverletzungen, die gegen internationales Recht verstoßen. Erst vor zwei Jahren hat der Südsudan die Kinderrechtskonvention und sein Fakultativprotokoll über Beteiligung von Kindern an bewaffneten Konflikten ratifiziert. Doch von seiner Umsetzung ist es noch weit entfernt. 19.000 Kinder sind seit 2013 als Kindersoldaten im Südsudan rekrutiert worden. Hierzu gehören auch Mädchen. Bis heute sind mehr als eine Millionen Kindern von psychosozialem Stress auf Grund der gewaltvollen Erfahrungen betroffen, 8.000 Kinder leben weiterhin getrennt von ihren Familien.

World Vision ist seit vielen Jahren mit humanitärer Hilfe im Südsudan tätig und hilft auch den Flüchtlingen aus den angrenzenden Ländern. Aktuell unterstützt das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) ein Flüchtlingsprojekt an der Grenze zum Kongo. Das Projekt richtet sich an Kinder und Frauen, die vom Konflikt in ihrer Heimat betroffen sind. Hierbei geht es u.a. um Ausbildungsmaßnahmen für die Reintegration ehemaliger Kindersoldaten und weitere Programme zum Kinderschutz so wie der psychosozialen Betreuung und Wiedereingliederung in ihre Heimat und wirtschaftliche Hilfen für Bauern und Kleinunternehmer.

Quelle: www.worldvision.de 


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