savethechildrenBerlin. - Nach dem vollständigen Abzug der internationalen Truppen aus Afghanistan hat die Kinderrechtsorganisation Save the Children ein bitteres Fazit der Militäreinsätze gezogen. In den letzten zwanzig Jahren sei im Durchschnitt alle fünf Stunden ein afghanisches Kind verstümmelt oder getötet worden, erklärte Save the Children. Dies schließe die Kinder, die durch Hunger, Armut oder Krankheiten ihr Leben verloren, noch nicht mit ein.

"Wenn heute die letzten Militärflugzeuge aus Kabul abfliegen, ist es eine traurige Tatsache, dass mit den Flugzeugen auch die internationale Berichterstattung, Aufmerksamkeit und Unterstützung, die Afghanistan in den letzten Wochen erhalten hat, verschwinden werden", erklärte Hassan Noor, Regionaldirektor für Save the Children Afghanistan. "Doch während der Rest der Welt weiterzieht, werden Millionen von afghanischen Kindern heute Abend hungrig, trauernd und im Ungewissen über ihre Zukunft zu Bett gehen. Was nach zwanzig Jahren bleibt, ist eine Generation von Kindern, deren Leben von Leid und den Auswirkungen von Verbrechen überschattet ist. Die Schwere des menschlichen Leids der letzten zwanzig Jahre ist jenseits aller Vorstellungskraft."

Nach Angaben von Save the Children wurden in den letzten 20 Jahren fast 33.000 Kinder in Afghanistan verstümmelt oder getötet. Die tatsächliche Anzahl der Kriegsopfer unter den Kindern sei jedoch vermutlich weit höher als die geschätzten 32.945. Hinzu kämen Kinder, die an Hunger, Armut und Krankheiten gestorben sind.

Schon vor der jüngsten Eskalation der Gewalt war fast die Hälfte der Bevölkerung Afghanistans - darunter nahezu 10 Millionen Kinder - von humanitärer Hilfe abhängig, so die Kinderrechtsorganisation. Die Hälfte aller Kinder unter fünf Jahren leide in diesem Jahr unter akuter Mangelernährung.

Quelle: www.savethechildren.de 


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