fairtrade 100Köln. - Unter dem Motto "Zukunft fair gestalten" findet vom 10. bis zum 24. September die Faire Woche, die größte Aktionswoche des Fairen Handels in Deutschland, statt. Organisiert wird die bundesweite Veranstaltung vom Forum Fairer Handel in Kooperation mit dem Weltladen-Dachverband und Fairtrade Deutschland. Weltläden, Schulen, Fairtrade-Initiativen, Kirchengemeinden, Gastronomiebetriebe und viele weitere Akteure laden bei mehr als 1.500 Veranstaltungen dazu ein, den Fairen Handel kennenzulernen.

Thematisch liegt der Fokus 2021 und 2022 auf dem Schutz von Menschenrechten weltweit und dem Beitrag des Fairen Handels dazu. Die Faire Woche findet in diesem Jahr bereits zum zwanzigsten Mal statt.

"Es ist wahrlich eine große Aufgabe, die wir gemeinsam zu bewältigen haben: Es geht darum zu zeigen, welchen Beitrag der Faire Handel bereits heute leistet, um Arbeitsbedingungen weltweit zu verbessern und was viele Unternehmen noch verbessern können, um auf 'Zukunftsfähigkeit' umzustellen", erklärte Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU), Schirmherr der Fairen Woche.

Weltweit leiden Millionen Menschen unter prekären Arbeitsverhältnissen, ausbeuterischer Kinderarbeit und moderner Sklaverei. Die Internationale Arbeitsorganisation bezeichnet menschenwürdige Arbeit als einen entscheidenden Faktor für die Bekämpfung der Armut und für eine gerechte Gestaltung der Globalisierung. "Der Faire Handel setzt seit mehr als 50 Jahren genau hier an: Er stellt den Menschen in den Mittelpunkt des Wirtschaftens und trägt mit höheren Erlösen für die Produzentinnen und Produzenten, sicheren Arbeitsbedingungen, der Förderung von Geschlechtergerechtigkeit und vielen weiteren Instrumenten zu einer gerechteren Zukunft und dem Schutz von Menschenrechten bei", sagte Andrea Fütterer, Vorsitzende des Forums Fairer Handel.

"Der Globale Süden ist sowohl von der Pandemie als auch von der Klimakrise am stärksten betroffen. Diese verschärfen die soziale Ungleichheit und lassen auch die Kinderarbeit steigen", schilderte Nyagoy Nyong'o, Global CEO von Fairtrade International mit Sitz in Nairobi, die Auswirkungen für die Länder des Globalen Südens. "Der Faire Handel stärkt die Produzentinnen und Produzenten in den Anbauländern, indem er Einkommen sichert, Zukunftsperspektiven schafft und den Weg zum internationalen Markt ebnet." Die gegenwärtigen Krisen seien ein Grund mehr, um den Fairen Handel nach vorne zu bringen. Besonders Frauen und Mädchen sind von der Pandemie und ihren Folgen hart betroffen. Hier geht es um unmittelbare gesundheitliche, wie auch um längerfristige ökonomische Folgen. Zudem sind Frauen in Krisenzeiten noch stärker von häuslicher und sexualisierter Gewalt bedroht.

Die Pandemie hat die Kluft zwischen armen und reichen Menschen und Staaten noch weiter vergrößert, so dass es jetzt erst recht darauf ankommt, Menschenrechte im internationalen Handel zu schützen und die Globalisierung gerecht zu gestalten: "Während eine Näherin in Bangladesch sechzehn Stunden täglich in der stickigen Fabrik auch für uns Kleidung herstellt und sich dabei einem hohen Infektionsrisiko aussetzt, verhängen einige Import-Länder Exportstopps für Impfstoffe. Das ist weder gerecht noch zukunftsfähig. Wir müssen umdenken und #fairhandeln", fasste Bundesminister Müller den Handlungsbedarf zusammen.

Zum Auftakt der Fairen Woche 2021 lautet sein dringender Aufruf: "Wir, Unternehmen, die Zivilgesellschaften und die Politik, können und müssen noch besser und lauter werden – für Menschenrechte, ein ressourcenschonendes und nachhaltiges Wirtschaften. COVID ist der Weckruf: Wir müssen jetzt handeln!"

Jeder kann dazu beitragen, die Zukunft fair zu gestalten, zum Beispiel durch den Kauf fair gehandelter Produkte, einem Engagement im Weltladen, einer Fairtrade-Initiative oder bei anderen Akteuren des Fairen Handels. Die Faire Woche lädt vom 10. bis 24. September bei rund 1.500 Veranstaltungen dazu ein, den Fairen Handel, seine Wirkungen und die Menschen dahinter kennenzulernen – ob live vor Ort oder digital.

Quelle: www.fairewoche.de 


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