oneBerlin. - Zum Jahresanfang hat die Entwicklungsorganisation ONE die Bundesregierung dazu aufgerufen, die diesjährige G7-Präsidentschaft Deutschlands dafür zu nutzen, dass die Weltgemeinschaft die UN-Nachhaltigkeitsziele bis 2030 (Agenda 2030) erreicht. Insbesondere bei den Themen Globale Gesundheit, Klimaschutz und Infrastrukturinvestitionen in Afrika müsse der deutsche G7-Gipfel auf Schloss Elmau liefern, so ONE.

"Der Countdown läuft - und die Zeit rennt uns davon", sagte Stephan Exo-Kreischer, Direktor von ONE Deutschland. "Es bleiben nur noch acht Jahre, um die Ziele der Agenda 2030 zu erreichen. In der Vergangenheit lieferten deutsche G7- oder G8-Gipfel wichtige Impulse für den Kampf gegen Armut, Hunger und vermeidbare Krankheiten. Die diesjährige G7-Präsidentschaft ist für Bundeskanzler Olaf Scholz ein Lackmustest. Hier wird sich zeigen, ob Deutschland seine internationale Führungsrolle wahrnehmen wird und den Schalter umlegen kann, um die Welt gerechter zu machen."

Das Thema Impfstoffgerechtigkeit wird aus der Sicht von ONE ganz oben auf der Agenda stehen müssen, wenn die G7-Staaten die Pandemie beenden wollen. Bereits vor dem Gipfel in Elmau müssten die G7 die richtigen Impulse setzen, damit das UN-Ziel, bis September 70 Prozent der Bevölkerung aller Ländereinkommensgruppen zu impfen, erreicht werden kann. Hier stehen insbesondere die Finanzierung der Anti-Corona-Koalition ACT-Accelerator und der dazugehörigen Impfstoff-Initiative COVAX im Vordergrund. Zudem müssten sich die G7-Staaten endlich auf eine temporäre Aufhebung der Impfstoffpatente (TRIPS Waiver) verständigen, um die Produktion von Corona-Vakzinen deutlich zu erhöhen. Ferner erwartet ONE finanzielle Zusagen für den Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria.

Klimaschutz ist eine der Top-Prioritäten der Bundesregierung. Dürren, Überschwemmungen und daraus folgende Ernteausfälle, Hunger und Krankheiten - obwohl sie am wenigsten zum Klimawandel beigetragen haben, leiden die ärmsten Länder am härtesten. Die G7 werden ärmere Staaten darin unterstützen müssen, die Folgen des Klimawandels besser bewältigen zu können. Darüber hinaus haben insbesondere die Staaten Afrikas einen rasant steigenden Bedarf an Energie. Die Aufgabe der G7 wird laut ONE sein, Anreize für Afrika zu schaffen, in erneuerbare Energien zu investieren statt in Kraftwerke, die viel CO2 freisetzen.

Als Antwort auf das Seidenstraßenprojekt Chinas hatten die G7-Staaten im vergangenen Jahr eine Infrastruktur-Initiative ins Leben gerufen. Es sei wichtig, dass dieses Projekt mit Leben gefüllt wird und nicht einfach nur alter Wein in neuen Schläuchen ist, betonte ONE. Konkret bedeute dies neue Investitionen, die mit dazu beitragen, die UN-Nachhaltigkeitsziele bis 2030 zu erreichen. Dies biete enorme Chancen, Jobs zu schaffen, den innerafrikanischen Handel zu verbessern und Afrika als Wirtschaftsstandort zu stärken. Auch biete sich hier die Chance, bisher nicht oder kaum vorhandene Kühl- und Lieferketten in Afrika aufzubauen, die auch bei der Verteilung von Impfstoffen eine zentrale Rolle spielen könnten.

Quelle: www.one.org


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