bmz 100Berlin. - Die Corona-Pandemie hat bei der Überwindung von weiblicher Genitalverstümmelung für Rückschritte gesorgt. Durch Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung wie Schulschließungen und das Aussetzen von Präventionsprogrammen seien etwa zwei Millionen Frauen und Mädchen bis 2030 zusätzlich betroffen, berichtete das Entwicklungsministerium (BMZ) am Freitag in Berlin.

Weibliche Genitalverstümmelung (Female Genital Mutilation, kurz FGM) ist eine schwere Form von geschlechtsbasierter Gewalt und stellt eine schwere Menschenrechtsverletzung dar mit schwerwiegenden, meist lebenslangen körperlichen und psychischen Folgen für die überlebenden Frauen und Mädchen. Weltweit leben gegenwärtig mindestens 200 Millionen Frauen und Mädchen mit den körperlichen, psychischen und sozialen Folgen von FGM.

Anlässlich des Welttags gegen weibliche Genitalverstümmelung am 6. Februar sagte Entwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD): "Das Thema zeigt sehr klar, was wir mit feministischer Entwicklungspolitik meinen: Es reicht nicht, die Symptome zu bekämpfen. Sondern wir müssen ganz grundsätzlich diskriminierende Machtstrukturen und schädliche soziale Normen identifizieren und überwinden. Denn trotz vielfach bestehender gesetzlicher Verbote bleibt FGM fest in Traditionen und Glaubensvorstellungen vieler Gesellschaften verankert. Deswegen stellen wir im Dialog mit unseren Partner*innen im Globalen Süden und unter Beteiligung auch von traditionellen und religiösen Autoritäten und der älteren Generation diese diskriminierenden Normen und Rollenbilder in Frage und rücken den Schutz der Rechte von Frauen und Mädchen in den Vordergrund. Die Menschenrechte sind unteilbar, für alle Geschlechter."

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit setzt auf ganzheitliche Ansätze im Kampf gegen FGM, so das BMZ. Dabei gehen Aufklärung, Sensibilisierung und Dialog einher mit der Stärkung staatlicher und zivilgesellschaftlicher Organisationen sowie Politikberatung auf allen politischen Ebenen. Durch langfristige Ansätze, die möglichst alle relevanten Bevölkerungsgruppen vor Ort einbeziehen, könnten nachhaltige Normen- und Verhaltensänderungen erreicht werden. Traditionelle und religiöse Autoritäten sowie die ältere Generation spielten eine besondere Rolle und könnten einen positiven Wandel begünstigen, um nachhaltige Verhaltensänderungen anzustoßen.

Wichtig ist laut BMZ zudem, die Arbeit in eine generelle Prävention geschlechtsbasierter Gewalt einzubetten. Außerdem sei der Zugang zu Bildung für Mädchen und die Behandlung von FGM als Thema an den Schulen von großer Bedeutung. Das BMZ unterstützt die Bekämpfung geschlechtsbasierter Gewalt durch finanzielle Mittel in Höhe von rund 37 Millionen Euro. Zusätzlich werden gezielte finanzielle Mittel für die Überwindung weiblicher Genitalverstümmelung bereitgestellt. So unterstützt das BMZ das Regionalvorhaben "Verbesserung der Prävention von weiblicher Genitalverstümmelung in Ostafrika" in Somaliland, Sudan und Äthiopien mit 5,9 Millionen Euro und zivilgesellschaftliche Träger im Bereich FGM mit rund 2,8 Millionen Euro.

Quelle: www.bmz.de


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