bmz 100Berlin. - Zum Internationalen Frauentag am 8. März hat Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD) auf die wichtige Rolle der Gleichstellung der Geschlechter für nachhaltige Entwicklung hingewiesen. Die Ministerin hatte bereits zuvor den Ansatz einer feministischen Entwicklungspolitik zu einem Schwerpunkt des BMZ erklärt.

"Gleiche Rechte und gleiche Chancen für Frauen sind essenziell für eine starke und krisenfeste Gesellschaft", sagte Schulze. "Deswegen muss sich Geschlechtergerechtigkeit wie ein roter Faden durch unsere deutsche Entwicklungspolitik ziehen. Nötig ist eine feministische Entwicklungspolitik, die strukturelle Ungleichheiten, Ungleichbehandlung und Diskriminierung beseitigt. Dabei geht es um gleiche Rechte, politische und wirtschaftliche Teilhabe, Repräsentanz und Zugang zu Ressourcen für alle Menschen. Zahlreiche Studien belegen, dass die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in all ihrer Diversität an politischen und gesellschaftlichen Entscheidungen eine grundlegende Voraussetzung für nachhaltige Entwicklung ist. Die Gleichstellung ist ein Schlüsselfaktor für gute Entwicklung. Armut und Hunger lassen sich ohne eine echte Gleichstellung nicht überwinden. Wer Frauen stärkt, handelt im Sinne der gesamten Gesellschaft – auch der Männer."

Die Ungleichheit und Benachteiligung von Frauen gibt es weltweit in allen Lebensbereichen, so das BMZ - im politischen, wirtschaftlichen, kulturellen wie auch sozialen Bereich. So trage der unzureichende Zugang zu Bildung, Land, Besitz und Ressourcen häufig zur Armut von Frauen und Mädchen bei. Weltweit erfahre jede 3. Frau zumindest einmal im Leben körperliche oder sexualisierte Gewalt. 130 Millionen Mädchen weltweit werde das Menschenrecht auf Bildung verwehrt. Frauen verrichteten nach wie vor ca. 75 Prozent der unbezahlten Pflege- und Hausarbeit.

Die Covid-19 Pandemie habe zudem viele Entwicklungserfolge zunichte gemacht oder bestehende Ungleichheiten verschärft. Frauen seien überdurchschnittlich betroffen. Weltweit hätten während der Pandemie mehr Frauen ihre Arbeitsplätze verloren als Männer. Fälle von geschlechtsbasierter Gewalt hätten durch Ausgangssperren und Schulschließungen zugenommen, und Mädchen seien nach Schulschließungen seltener als Jungen in die Klassenräume zurückgekehrt. Viele müssten nun arbeiten oder seien in Kinderehen gedrängt worden.

Ministerin Schulze hatte die feministische Entwicklungspolitik zu einem der Schwerpunkte der deutschen Entwicklungszusammenarbeit erklärt. In der Zusammenarbeit mit den Partnerländern im Globalen Süden wie auch im Rahmen der multilateralen Zusammenarbeit will das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) die Verankerung von Geschlechtergleichstellungszielen in Maßnahmen in unterschiedlichsten Bereichen wie z.B. der Klimaanpassung, der Ernährungssicherung oder auch der ländlichen Entwicklung stärken und mehr gezielte Maßnahmen für die Gleichstellung der Geschlechter umsetzen. Deutschland will das Thema Geschlechtergleichstellung auch im Rahmen der diesjährigen G7-Präsidentschaft prominent auf die internationale Agenda setzen.

Quelle: www.bmz.de


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