bmz 100Berlin. - Entwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD) hat für eine sozial gestaltete globale Energiewende als Entwicklungsmodell geworben und weitere konkrete Partnerschaften mit Entwicklungsländern auf dem Weg zur Klimaneutralität angekündigt. Mit ihrer Rede eröffnete die Ministerin am Mittwoch den zweiten Tag des Berlin Energy Transition Dialogue.

"All das, was wir mit unserem Weg in die Klimaneutralität sowieso vorhatten, bekommt vor dem Hintergrund des russischen Angriffskriegs noch eine neue, sicherheitspolitische Bedeutung", sagte Schulze. "Die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen ist nicht nur eine klimapolitisches Problem, sondern auch ein unmittelbares sicherheitspolitisches. Die Konsequenz kann nur sein, die globale Energiewende weg von Kohle, Öl und Gas und hin zu erneuerbaren Energien noch schneller und noch konsequenter voranzutreiben. Erneuerbare Energien befreien Entwicklungsländer aus fossilen Abhängigkeiten und sorgen gerade in entlegenen ländlichen Gebieten für eine sichere und bezahlbare Energieversorgung für alle Menschen."

Fernab der Stromnetze erweist sich etwa die Solarenergie als gute Lösung, um Menschen unkompliziert Zugang zu Elektrizität zu verschaffen. Denn immer noch haben 10 Prozent der Weltbevölkerung keinen Zugang zu Elektrizität. Dies ist auch im Kampf gegen die Covid-19 Pandemie ein wichtiger Erfolgsfaktor: Erneuerbare Energien versorgen Gesundheitseinrichtungen mit Energie und liefern Strom für eine verlässliche Kühlkette bis in entlegene Dörfer.

"Wir, die Industrienationen, müssen die Länder des globalen Südens, die von den Folgen des Klimawandels am stärksten betroffen sind, dabei unterstützen, sich umwelt- und klimafreundlich zu entwickeln und auf bedarfsgerechte und verlässliche Erneuerbare Energie-Systeme umzurüsten", betonte Schulze. "Mein Leitbild ist dabei die 'Just Transition' als Teil einer globalen gestaltenden Strukturpolitik. Es geht darum, die Transformation zur Klimaneutralität mit sozialem Ausgleich zu verbinden. In diesem Sinne arbeiten wir mit den G7-Partnern daran, weitere Klima- und Entwicklungspartnerschaften mit ambitionierten Schwellen- und Entwicklungsländern auf den Weg zu bringen."

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) engagiert sich intensiv für die globale Energiewende – sowohl in der bilateralen Zusammenarbeit mit seinen Partnerländern als auch in der Zusammenarbeit mit anderen Gebern, internationalen Organisationen, der Wirtschaft und der Wissenschaft. Deutschland unterstützt seine Partnerländer dabei, moderne und klimaneutrale Energiesysteme aufzubauen, die politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen für die Nutzung erneuerbarer Energiequellen zu verbessern, soziale Folgen des Wandels abzufedern und die Energieeffizienz zu erhöhen.

Ein neues Kernstück hierbei bilden Klima- und Entwicklungspartnerschaften. Hier arbeitet Deutschland, oft gemeinsam mit weiteren Partnern, eng mit klimapolitisch ambitionierten Partnerländern zusammen, um sie bei der Transformation in Richtung Klimaneutralität, Klimaresilienz und Nachhaltigkeit zu unterstützen. Ein Beispiel dafür ist die "Just Energy Transition Partnership", wie sie mit Südafrika abgeschlossen wurde. Neben Deutschland unterstützen auch Großbritannien, Frankeich, die USA und die EU Südafrika dabei, seine Kohleabhängigkeit zu überwinden und in den nächsten 20 Jahren bis zu 1,5 Gigatonnen Emissionen zu vermeiden. Angesichts Südafrikas Rolle als regionaler Stromlieferant wirkt diese Partnerschaft auch über die Landesgrenzen hinaus.

Im Februar 2022 hat Entwicklungsministerin Schulze zudem eine Klima- und Entwicklungspartnerschaft mit Ruanda vereinbart. Auch mit Pakistan und Serbien sind Klima- und Entwicklungspartnerschaften in der Umsetzung. Weitere "Just Energy Transition Partnerships" sind mit den G7-Partnern in Vorbereitung.

Quelle: www.bmz.de


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