BMZKairo/Berlin (epo.de). - Der Schutz knapper Ressourcen stand im Mittelpunkt der ägyptisch-deutschen Regierungsverhandlungen, die am Mittwoch in Kairo abgeschlossen wurden. Pfeiler der Entwicklungs-Zusammenarbeit (EZ) sind nach Angaben des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) die Bereiche Wasser, Windenergie, Wirtschaftsförderung und technische Ausbildung. Das Gesamtvolumen der bei den Verhandlungen bereitgestellten deutschen Mittel beläuft sich auf 214,45 Millionen Euro.

Ägypten ist eines der regenärmsten Länder der Erde. Einzige Wasserquelle ist der Nil. Landwirtschaftliche Bewässerung und zunehmend auch industrieller Verbrauch konkurrieren mit privaten Haushalten um das knappe Gut. Die daraus resultierende schlechte Wasserqualität gefährde die Gesundheit der Menschen und habe enorme soziale und ökonomische Konsequenzen, so das BMZ. Der Schwerpunkt der deutsch-ägyptischen Entwicklungszusammenarbeit bleibe daher landwirtschaftliche Bewässerung sowie Wasserver- und -entsorgung von Siedlungen.

Ziel der Kooperation im Sektor ist es laut BMZ, die verfügbare Wassermenge gerechter zu verteilen und Ressourcen zu schonen. Die deutsche Seite helfe daher nicht nur bei der Finanzierung von Stauwehren, Bewässerungskanälen, Trinkwasserleitungen und Abwasser-Kläranlagen. Genauso wichtig sei für Ägypten die deutsche Beratung bei Reformen beim Wassermanagement. Ziel dieser Reformen sei es, die Verantwortung für die Wasserversorgung auf die Regionen des Landes zu verlagern und den Versorgungsbetrieben eine kostendeckende Bewirtschaftung zu ermöglichen. Durch progressive Tarifgestaltung werde sichergestellt, dass die Wassertarife für die ärmere Bevölkerung nicht steigen. Für Programme im Wasserbereich stellt Deutschland 101,5 Mio. Euro als Kredite und Zuschüsse bereit.

Ein zweiter Schwerpunkt der Zusammenarbeit ist die Stromerzeugung aus Windenergie. Nirgendwo auf der Welt weht der Wind so beständig wie am Roten Meer und der dort in Windparks erzeugte Strom hat auf Grund des hohen Ölpreises deutliche Kostenvorteile. Um die Potenziale der Windkraft und anderer erneuerbarer Energien in Ägypten besser zu nutzen, unterstützt Deutschland die dafür notwendigen Reformen in Bezug auf die Einspeisung alternativ erzeugter Energien und die Tarifgestaltung. Für den Energiesektor stellt Deutschland Hilfen in Höhe von 54 Mio. Euro zur Verfügung.

Der dritte wesentliche Bereich der deutsch-ägyptischen Zusammenarbeit ist das technische Ausbildungswesen. Das seit 1993 von Deutschland gemeinsam mit der ägyptischen Wirtschaft und dem Bildungsministerium durchgeführte Programm zur Einführung der dualen beruflichen Bildung gilt heute als Referenzmodell sowohl für Ägypten und andere Länder der arabischen Welt. In jüngster Zeit wurde verstärkt die  Lehrerfortbildung vorangetrieben, die durch die beiden Komponenten "Förderung von Lehr- und Lernmitteln in der Berufsausbildung" sowie "Nicht-formale Ausbildung von Jugendlichen für den Arbeitsmarkt" ergänzt wird.

Bei den Regierungsverhandlungen wurde zudem ein Erlass von Schulden aus früheren Entwicklungskrediten in Höhe von 20 Mio. Euro vereinbart. Ägypten hat sich dem BMZ zufolge verpflichtet, diese Summe zusätzlich für den Bau von Schulen zu verwenden. Außerdem stellte Deutschland in den Regierungsverhandlungen Mittel für die Förderung der Beteiligung von Frauen an der Entwicklung des Landes sowie für Stadtteilsanierung zur Verfügung.

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