BUNDBerlin (ots) - Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat ein "Stromsparpaket" vorgelegt, mit dem sich bis 2012 rund 47 Millionen Tonnen Kohlendioxid (CO2) in Deutschland vermeiden liessen. Alle Energieverbraucher in Industrie, Dienstleistungsgewerbe und Privathaushalten müssten zum effizienten Umgang mit Elektrizität angehalten werden, forderte der BUND am Mittwoch in Berlin. Dazu müsse die Bundesregierung ein Markteinführungsprogramm für effiziente Elektrogeräte auflegen.

Der Stromverbrauch der Geräte müsse klar ausgewiesen und Standby-Systeme müssten verboten werden, so der BUND anlässlich des Energiegipfels am kommenden Montag. Das nütze der Schonung der Ressourcen und dem Klimaschutz. "Wir fordern Bundeskanzlerin Angela Merkel auf, den Energiegipfel zum Effizienzgipfel zu machen", sagte die stellvertretende BUND-Vorsitzende Brigitte Dahlbender. "Sie darf sich nicht auf die Alibiprojekte der großen Stromkonzerne einlassen. Die Energieriesen haben kein Interesse, den Stromverbrauch in Deutschland zu verringern, da ihr Kraftwerkspark auf einen möglichst hohen Stromabsatz ausgelegt ist. Deswegen brauchen wir gesetzliche Rahmenbedingungen, die das Stromsparen verbindlich machen."

Die Bundesregierung habe der Industrie für den Zeitraum von 2008 bis 2012 eine Verringerung des Klimagases CO2 von lediglich drei Millionen Tonnen vorgeschrieben, kritisiert der BUND. In seinem "Stromsparpaket" weise der BUND nach, dass im gleichen Zeitraum allein mit effizienten Geräten und Verfahren mehr als das Fünfzehnfache vermieden werden könne: 22 Millionen Tonnen CO2  mit effizienten Technologien in der Industrie, weitere 25 Millionen Tonnen in Haushalten und bei Kleinabnehmern.

Um dieses Potential auszuschöpfen, müssten schnell effektive Anreize für mehr Stromeffizienz gegeben werden. Ein Effizienzfonds könne moderne Beleuchtungs- und Lüftungsanlagen in der Industrie sowie effiziente Haushaltsgeräte und sparsame Unterhaltungselektronik fördern. Damit die besten Geräte bald den Markt dominierten, müsse außerdem der so genannte Top-Runner-Ansatz aus Japan übernommen werden. Hierbei orientiert sich der Mindesteffizienzstandard für Elektrogeräte an jenen Geräten, die den geringsten Stromverbrauch aufweisen.

"Einige dieser Vorschläge können nur auf europäischer Ebene umfassend umgesetzt werden", räumt BUND-Geschäftsführer Gerhard Timm ein. "Der in Abstimmung befindliche EU-Effizienz-Aktionsplan verzögert sich aber. Deshalb muss vom Berliner Energiegipfel das klare Signal ausgehen, dass Deutschland während seiner EU-Ratspräsidentschaft im nächsten Jahr mehr Energieeffizienz zu einem Kernthema macht."

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