HurrikanLondon/Bonn (epo.de). - Nichtstun beim Klimaschutz kommt entschieden teurer als Handeln. Zu diesem Ergebnis kommt ein Bericht, den der frühere Weltbank-Ökonom Nicholas Stern für die britische Regierung erstellt hat. Demnach könnte wirksamer Klimaschutz ein Prozent des Bruttosozialprodukts kosten. Die durch Nichtstun entstehenden Klimaschäden kämen 5 bis 20 mal so teuer. Germanwatch hält das Argument von US-Präsident George W. Bush, Klimaschutz schade der Wirtschaft, damit für widerlegt.

"Die US-Argumente gegen ernsthaften Klimaschutz können ab heute als entkräftet gelten", kommentierte die Nord-Süd-Initiative Germanwatch den Stern-Bericht. In dem 700-Seiten-Report für die britische Regierung, der am 30. Oktober veröffentlicht wurde, rechnet der frühere Weltbank-Ökonom Nicholas Stern vor, dass es entschieden teurer wird, nicht zu handeln statt zu handeln. Stern kommt zum Schluss, dass ein Prozent des jährlichen Bruttosozialprodukt notwendig sein könnte, um katastrophale Entwicklungen des globalen Klimawandels abzuwenden. Aber die durch Nichtstun entstehenden Klimaschäden kämen 5 bis 20 mal teurer.

Der Bericht umfasst die Periode bis zum Jahr 2100. Er warnt, dass der globale Klimawandel die größte Rezession seit dem Wall Street Crash 1929 und der folgenden Großen Depression auslösen könnte. Stern gilt allgemein als anerkannter Mainstream-Ökonom. Der sorgfältig vorbereitete Bericht wird als die bislang wichtigste Abschätzung zu den Kosten von Klimaschutz und Klimaschäden eingeschätzt.

"Mit dem Bericht kommt jetzt die Zeitumstellung im Klimaschutz - es beginnt eine neue Ära der ökonomischen Bewertung des Klimawandels", sagte Christoph Bals, politischer Geschäftsführer von Germanwatch. "Der Stern Report bahnt damit dem UN-Klimagipfel in Nairobi, der Anfang November beginnt, den Weg zu entschiedenem Handeln. Er sollte gleichzeitig für die Bundesregierung Anlass sein, den Allokationsplan für den Emissionshandel ab 2008 deutlich im Sinne des Klimaschutzes nachzubessern."

Stern-Bericht

Germanwatch


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