Gletscher in Gr?nland. Foto: AWIBerlin (epo.de). - Das Tempo des weltweiten Klimawandels nimmt weiter zu. Das Abschmelzen der Gletscher geschehe immer schneller, und die Auswertung von Forschungsdaten belege, dass die globale Erwärmung in immer kürzerer Zeit zu immer dramatischeren Folgen führe, heißt es in einem neuen Report von Greenpeace. Die Umweltschutzorganisation fordert vor allem die Industrieländer auf, schnell zu handeln und konsequent das Klima zu schützen, nachdem sie bislang viel zu wenig unternommen hätten.

Anlass für die Veröffentlichung des Greenpeace-Berichts ist der Beginn der UN-Klimaschutzkonferenz am Montag in Nairobi (Kenia). Dort verhandeln die Staaten über zukünftige Maßnahmen zur Verringerung von Treibhausgasen. "Die neuen Erkenntnisse sind alarmierend. Uns schmelzen die Gletscher vor den Augen weg, doch die Politiker halten Sonntagsreden", sagte Greenpeace-Klimaexperte Karsten Smid am Donnerstag in Berlin. "Der Klimawandel kommt, doch wie stark, liegt in unserer Hand. Die nächsten zehn Jahre sind entscheidend. Deshalb müssen alle Staaten ihr Äußerstes versuchen, um den Ausstoß der Klimagase endlich unter Kontrolle zu bekommen."

Die im Report enthaltenen Vergleiche der Gletschermassen zeigen laut Greenpeace, dass die Abschmelzrate in den letzten Jahren dramatisch zugenommen hat. Zwar gebe es innerhalb der Gletscherregionen Unterschiede, doch durchschnittlich sei von 1991 bis 2004 doppelt soviel Gletschermasse abgeschmolzen wie im Zeitraum 1961 bis 1990. Insbesondere in den Jahren 2001 bis 2004 sei die Abschmelzrate der Gletscher noch einmal kräftig angestiegen. Grönland verliere inzwischen mit 240 Kubikkilometer pro Jahr dreimal soviel Eis, wie in den Jahren vor 2003.

Auch die Fotovergleiche der Alpengletscher von der "Gesellschaft für ökologische Forschung" belegen laut Greenpeace, dass die Abschmelzgeschwindigkeit weiter zunimmt. So schrumpfte der Triftgletscher im Berner Oberland (Schweiz) im Jahr 2005 um 216 Meter. "Es geht viel schneller, als wir uns das jemals vorgestellt haben. Wenn wir im August und September in den Gletscherregionen unterwegs sind, können wir das Schmelzen der Gletscher hören", sagte Sylvia Hamberger von der "Gesellschaft für ökologische Forschung".

Für die Alpenregion bedeutet ein Rückgang der Gletscher nach den Erkenntnissen der Forscher, dass es in den nächsten Jahren vermehrt zu Murenabgängen und Erdrutschen kommen wird, weil sich die Permafrostgrenze immer weiter nach oben verschiebt. Auch Überschwemmungen werden zunehmen. Wissenschaftler prognostizieren, dass kleinere Alpengletscher bis 2050 von der Bildfläche verschwinden. Gerechnet wird mit einem fast vollständigen Abschmelzen aller Alpengletscher noch in diesem Jahrhundert. Dann drohen Trinkwasserknappheit und Verkarstung.

Weltweit fürchten Wissenschaftler vor allem das Abschmelzen der Polkappen. Überschwemmungen infolge steigender Meeresspiegel könnten bis zu 100 Millionen Menschen zu Klimaflüchtlingen machen.

Greenpeace


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