Kinder in ?thiopien. Foto: epo ArchivHannover (epo.de). - Jedes Jahr erleiden 210 Millionen Frauen lebensbedrohliche Komplikationen bei der Schwangerschaft oder der Geburt. Eine weitere halbe Million stirbt. Hauptursache hierfür ist laut einer neuen Studie in der Zeitschrift "The Lancet" der schlechte Zugang zu Diensten der Familienplanung und Schwangerschaftsbetreuung in Entwicklungsländern. Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) hat angesichts dieser Zahlen mehr Entwicklungshilfe für Familienplanung gefordert.

Die reproduktive Gesundheit finde zu wenig Unterstützung in der Politik. Die Entwicklungshilfe für Familienplanung sei im vergangenen Jahrzehnt von 560 Millionen US-Dollar im Jahr 1995 auf nur noch 460 Millionen Dollar im Jahr 2003 gesunken, heißt es in der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) koordinierten Studie, die in der aktuellen Ausgabe der medizinischen Fachzeitschrift "The Lancet" erschienen ist.

"Weltweit haben immer noch 200 Millionen Frauen keinen Zugang zu modernen Verhütungsmitteln, obwohl sie dies wollen", erklärte der Geschäftsführer der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung, Jörg F. Maas. "Die Folge sind jedes Jahr 80 Millionen ungeplante Schwangerschaften. 45 Millionen von ihnen enden in einer Abtreibung. Davon sind wiederum 19 Millionen so genannte ?Hinterhofabtreibungen?, die unter prekären medizinischen Verhältnissen stattfinden."

"Die Statistiken sprechen für sich", sagte Maas. Es ist dringend notwendig, dass mehr Entwicklungshilfe in die reproduktive Gesundheit investiert wird. Ohne einen massiven Ausbau der Familienplanungsdienste und Schwangerenvorsorge werden wir das fünfte Millennium-Entwicklungsziel, das die Müttersterblichkeit um drei Viertel senken will, nicht erreichen. Heute sterben jährlich immer noch genauso viele Frauen wie noch vor zwanzig Jahren!"

Deutsche Stiftung Weltbevölkerung


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